Pretty Good Privacy (kurz PGP) ist ein 1991 von Phil Zimmermann entwickeltes Verfahren zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und digitalen Signatur von E-Mails und Dateien. Es kombiniert asymmetrische und symmetrische Verschlüsselung zu einem hybriden Verfahren.

Web of Trust statt Zertifizierungsstellen

Anders als klassische PKI-Systeme nutzt PGP kein hierarchisches Zertifikatsmodell, sondern ein dezentrales Vertrauensnetz (Web of Trust): Benutzer signieren gegenseitig ihre öffentlichen Schlüssel und verbürgen sich so füreinander. Die Vertrauenswürdigkeit eines Schlüssels ergibt sich aus der Kette dieser gegenseitigen Signaturen.

OpenPGP-Standard

Aus PGP entstand 1997 der offene Standard OpenPGP, der heute in RFC 4880 spezifiziert ist. Er beschreibt das Nachrichtenformat für verschlüsselte und signierte Daten unabhängig von einer konkreten Software. Bekannte Implementierungen sind GNU Privacy Guard (GPG) und kommerzielle PGP-Produkte.

Einsatz heute

  • Verschlüsselung und Signatur von E-Mails im S/MIME-Alternativverfahren
  • Signieren von Software-Releases und Paketen
  • Verschlüsselung von Dateien und Backups

Verwandte Grundlagen: Digitale Signatur, Schlüsselaustausch, RSA.