Hybride Verschlüsselung kombiniert die Vorteile zweier Welten: asymmetrische Verfahren tauschen den Schlüssel sicher aus, symmetrische Verfahren verschlüsseln die Daten schnell. Genau so arbeitet der Großteil der modernen Kryptokommunikation, insbesondere TLS/HTTPS.
Ablauf
- Der Sender erzeugt einen zufälligen Sitzungsschlüssel (Session Key) für ein symmetrisches Verfahren.
- Er verschlüsselt diesen Sitzungsschlüssel mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers (asymmetrisch).
- Die eigentlichen Daten verschlüsselt er symmetrisch mit dem Sitzungsschlüssel.
- Der Empfänger entschlüsselt zuerst den Sitzungsschlüssel mit seinem privaten Schlüssel und damit die Daten.
Der Schlüsselaustausch ist also asymmetrisch, die Datenübertragung symmetrisch — jedes Verfahren macht das, was es am besten kann.
Warum hybrid?
Rein asymmetrische Verschlüsselung wäre für große Datenmengen zu langsam: RSA rechnet etwa tausendmal langsamer als AES. Rein symmetrische Verschlüsselung scheitert am Schlüsseltransport über unsichere Leitungen. Die Hybrid-Kombination löst beides: Geschwindigkeit wie bei AES, praktikabler Schlüsselaustausch wie bei Diffie-Hellman.
In der Praxis: TLS
Beim TLS-Handshake handeln Client und Server zunächst per ECDHE einen Sitzungsschlüssel aus. Anschließend verschlüsselt die Verbindung die Nutzdaten symmetrisch — typischerweise mit AES-GCM oder ChaCha20-Poly1305, beides AEAD-Verfahren. Die konkrete Kombination aus Schlüsselaustausch, Authentifizierung und Verschlüsselung legt die Cipher Suite fest; die Authentifizierung übernimmt der ECDSA- bzw. RSA-Server-Schlüssel.
Verwandte Grundlagen: Kryptographie, AES, Verschlüsselung.