Hybride Verschlüsselung kombiniert die Vorteile zweier Welten: asymmetrische Verfahren tauschen den Schlüssel sicher aus, symmetrische Verfahren verschlüsseln die Daten schnell. Genau so arbeitet der Großteil der modernen Kryptokommunikation, insbesondere TLS/HTTPS.

Ablauf

  1. Der Sender erzeugt einen zufälligen Sitzungsschlüssel (Session Key) für ein symmetrisches Verfahren.
  2. Er verschlüsselt diesen Sitzungsschlüssel mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers (asymmetrisch).
  3. Die eigentlichen Daten verschlüsselt er symmetrisch mit dem Sitzungsschlüssel.
  4. Der Empfänger entschlüsselt zuerst den Sitzungsschlüssel mit seinem privaten Schlüssel und damit die Daten.

Der Schlüsselaustausch ist also asymmetrisch, die Datenübertragung symmetrisch — jedes Verfahren macht das, was es am besten kann.

Warum hybrid?

Rein asymmetrische Verschlüsselung wäre für große Datenmengen zu langsam: RSA rechnet etwa tausendmal langsamer als AES. Rein symmetrische Verschlüsselung scheitert am Schlüsseltransport über unsichere Leitungen. Die Hybrid-Kombination löst beides: Geschwindigkeit wie bei AES, praktikabler Schlüsselaustausch wie bei Diffie-Hellman.

In der Praxis: TLS

Beim TLS-Handshake handeln Client und Server zunächst per ECDHE einen Sitzungsschlüssel aus. Anschließend verschlüsselt die Verbindung die Nutzdaten symmetrisch — typischerweise mit AES-GCM oder ChaCha20-Poly1305, beides AEAD-Verfahren. Die konkrete Kombination aus Schlüsselaustausch, Authentifizierung und Verschlüsselung legt die Cipher Suite fest; die Authentifizierung übernimmt der ECDSA- bzw. RSA-Server-Schlüssel.

Verwandte Grundlagen: Kryptographie, AES, Verschlüsselung.