Eine Cipher Suite (englisch für „Chiffren-Suite“) ist ein Bündel aus Algorithmen, mit denen eine sichere TLS-Verbindung aufgebaut und verschlüsselt wird. Üblicherweise kombiniert sie vier Bausteine: einen Schlüsselaustausch, ein Authentifizierungsverfahren, einen Verschlüsselungsalgorithmus und eine Prüfsummenfunktion (MAC). Welche Suite verwendet wird, entscheidet sich beim TLS-Handshake: Der Client sendet seine priorisierte Liste, der Server wählt die erste Suite, die beide unterstützen.

Cipher-Suite-Namen lesen

Die Namen der TLS-1.2-Suiten folgen einem festen Schema. Die Suite TLS_ECDHE_RSA_WITH_AES_128_GCM_SHA256 bedeutet:

  • ECDHE – Ephemeral Elliptic-Curve-Diffie-Hellman als Schlüsselaustausch. „Ephemeral“ bedeutet, dass pro Verbindung frische Schlüssel erzeugt werden; das liefert Forward Secrecy.
  • RSA – der Server authentifiziert sich über sein Zertifikat mit Public Key und Private Key.
  • AES_128_GCM – die eigentliche Verschlüsselung mit AES-128 im Galois/Counter Mode, einer AEAD-Betriebsart, die Verschlüsselung und Integritätsschutz in einem Schritt vereint.
  • SHA256 – die Hashfunktion für die MAC-Berechnung.

TLS 1.3 hat die Liste radikal verkürzt

TLS 1.3 (RFC 8446) reduziert die Suiten auf fünf AEAD-Kombinationen, darunter TLS_AES_128_GCM_SHA256, TLS_AES_256_GCM_SHA384 und TLS_CHACHA20_POLY1305_SHA256. Statisches RSA als Schlüsselaustausch wurde vollständig entfernt, weil es keine Forward Secrecy bot. Der Schlüsselaustausch wird in TLS 1.3 getrennt von der Suite ausgehandelt, was die Konfiguration vereinfacht und ganze Schwachstellenklassen beseitigt. ChaCha20-Poly1305 ist vor allem auf Geräten ohne AES-Hardwarebeschleunigung wie Smartphones wichtig.

Veraltete Suiten und Praxis

Ältere Verfahren wie RC4 oder 3DES sowie SSLv3-CBC-Suiten gelten als unsicher und sind für Angriffe wie BEAST, POODLE oder Sweet32 verantwortlich. Moderne Serverkonfigurationen deaktivieren sie konsequent und sortieren die Suiten so, dass zuerst Forward-Secrecy-Kombinationen mit AEAD-Verschlüsselung ausgehandelt werden. Auch Schadsoftware nutzt dieselben Mechanismen: Manche Rootkits verschlüsseln ihre Steuerkanäle mit TLS und gängigen Cipher Suites, um bei der Überwachung unauffällig zu bleiben.

Verwandte Grundlagen: TLS-Handshake, DKIM.