RSA ist eines der ältesten und am weitesten verbreiteten Verfahren der asymmetrischen Verschlüsselung. Es wurde 1977 von Ron Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman entwickelt und nach ihren Nachnamen benannt. Die Kryptographie nutzt RSA bis heute für den Schlüsselaustausch im TLS-Handshake, für Zertifikate, SSH-Verbindungen und digitale Signaturen.
So funktioniert RSA
RSA gehört zu den Verfahren mit öffentlichem Schlüssel (siehe Public Key): Jeder Teilnehmer besitzt ein Schlüsselpaar aus öffentlichem Schlüssel und Private Key. Die Sicherheit beruht auf der Schwierigkeit, sehr große Zahlen in ihre Primfaktoren zu zerlegen. Wählt man zwei große Primzahlen p und q, lässt sich aus ihrem Produkt n = p × q zwar leicht ein öffentlicher Schlüssel ableiten — die Zerlegung von n zurück in p und q ist für hinreichend große Zahlen aber praktisch nicht durchführbar.
Schlüssellängen und Sicherheit
- 2048 Bit: lange Zeit Standard, gilt als Minimum und wird bis etwa 2030 als sicher eingestuft
- 3072 Bit: aktuell empfohlene Größe für hohe Sicherheitsanforderungen
- 4096 Bit: maximale verbreitete Größe, zukunftssicher
Ein 2048-Bit-RSA-Schlüssel entspricht ungefähr einer Sicherheitsstärke von 112 Bit. Im Vergleich dazu erreicht ein deutlich kürzerer ECDSA-Schlüssel mit 256 Bit dieselbe Sicherheit — ein Grund, warum moderne Systeme zunehmend auf elliptische-Kurven-Verfahren setzen. Der Nachteil von RSA: Die Schlüssel sind groß und die Berechnungen langsamer als bei AES.
RSA im Alltag
In der Praxis verschlüsselt RSA selten ganze Datenströme. Typischerweise tauschen Client und Server im TLS-Handshake mit RSA nur einen symmetrischen Sitzungsschlüssel aus; die eigentlichen Daten verschlüsselt dann ein schnelles symmetrisches Verfahren wie AES. So verbinden sich die Stärken beider Welten: die einfache Schlüsselverteilung der asymmetrischen Verschlüsselung und die Geschwindigkeit symmetrischer Chiffren.
Verwandte Grundlagen: Kryptographie, Verschlüsselung, TLS-Handshake.