S/MIME (Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions) ist ein Standard zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und digitalen Signatur von E-Mails. Anders als das dezentrale OpenPGP-Verfahren setzt S/MIME auf eine hierarchische PKI mit Zertifizierungsstellen auf.
Technische Grundlage
S/MIME verwendet X.509-Zertifikate, die eine CA für eine E-Mail-Adresse ausstellt. Ein solches Zertifikat bindet den öffentlichen Schlüssel des Absenders an seine Identität – Empfänger können die Signatur dadurch ohne eigenes Vertrauensnetz prüfen. Das Nachrichtenformat ist in RFC 8551 spezifiziert.
Abgrenzung zu OpenPGP/GPG
Während GPG und PGP auf das Web of Trust setzen und keine Kosten verursachen, verlangt S/MIME meist ein Zertifikat von einer kommerziellen Zertifizierungsstelle. S/MIME ist dafür in Unternehmensumgebungen weit verbreitet – etwa in Microsoft Outlook und Exchange – und wird von den meisten E-Mail-Clients nativ unterstützt.
Einsatz heute
- Signierte und verschlüsselte E-Mail in Unternehmen
- Behördliche und medizinische Kommunikation mit Pflicht-Verschlüsselung
- Kombination aus digitaler Signatur und asymmetrischer Verschlüsselung
Verwandte Grundlagen: Schlüsselaustausch, X.509, Zertifizierungsstelle.