SLI steht für Service Level Indicator und bezeichnet eine konkret messbare Kennzahl, die die Qualität eines IT-Dienstes quantitativ beschreibt. SLIs sind die Messgrundlage, auf der SLO und SLA aufbauen: Erst ein belastbarer Messwert macht ein Qualitätsziel überprüfbar.

Typische SLI-Kategorien

  • Verfügbarkeit: Anteil der erfolgreichen Anfragen an allen Anfragen, zum Beispiel 99,9 % der HTTP-Requests innerhalb eines Monats.
  • Latenz: Antwortzeiten, häufig als Perzentil gemessen (etwa p95 unter 500 ms) statt als Durchschnitt.
  • Fehlerrate: Anteil fehlgeschlagener Anfragen, etwa HTTP-5xx-Antworten bezogen auf alle Antworten.
  • Durchsatz: verarbeitete Einheiten pro Zeiteinheit, siehe Throughput.

Ein SLI ist immer ein Quotient aus guten Ereignissen und allen Ereignissen, zum Beispiel erfolgreiche Requests ÷ alle Requests. Die Messung läuft über ein Zeitfenster (häufig ein rollierendes 28-Tage-Fenster), damit kurze Ausreißer das Gesamtbild nicht verzerren.

Gute SLIs auswählen

In der Praxis messen Teams nur wenige aussagekräftige SLIs pro Dienst statt möglichst vieler Kennzahlen. Das Google-SRE-Buch empfiehlt, Messwerte zu wählen, die die Nutzererfahrung direkt abbilden: Erreichbarkeit, Antwortzeit und Korrektheit der Antworten. Ein unüberwachter Dienst ist nach dem Prinzip der Observability kaum zu beherrschen; typische Werkzeuge sammeln die Werte über Monitoring-Systeme wie Prometheus; passendes Alerting sorgt dafür, dass ein SLO-Verstoß auffällt.

Verwandte Grundlagen: SLO, SLA, Latenz, Observability.