SLO steht für Service Level Objective und ist der Zielwert, den ein Team für einen SLI festlegt – zum Beispiel „99,9 % Verfügbarkeit pro Monat" oder „p95-Latenz unter 500 ms". Ein SLO übersetzt die gemessene Kennzahl in eine verbindliche Vorgabe für das eigene Team und ist damit der Kernbegriff des Site Reliability Engineering (SRE).

Error Budget: das Fehlerbudget

Aus dem SLO ergibt sich direkt das Error Budget: Error Budget = 100 % − SLO. Bei einem Verfügbarkeits-SLO von 99,9 % bleiben 0,1 % Fehleranteil, also rund 43 Minuten pro Monat. Solange das Budget nicht aufgebraucht ist, dürfen neue Releases ausgerollt werden; ist es verbraucht, gilt ein Release-Stopp, bis die Zuverlässigkeit wiederhergestellt ist. So balancieren SRE-Teams Innovationsgeschwindigkeit und Stabilität, ohne auf hundertprozentige Perfektion zu setzen.

Realistische Ziele statt 100 %

SRE geht bewusst nicht von 100 % Zuverlässigkeit aus – ein solches Ziel wäre extrem teuer und für die meisten Dienste unnötig. Stattdessen wird ein erreichbarer Zielwert gewählt, gemessen über ein rollierendes Zeitfenster (meist 28 oder 30 Tage). Die Messwerte dafür liefern Monitoring- und Observability-Systeme; Tools wie Prometheus mit Alerting regeln die Überwachung der Zielerreichung.

Verwandte Grundlagen: SLI, SLA, Uptime, Observability.