Alerting ist das automatische Auslösen und Zustellen von Warnungen, wenn ein überwachter Wert einen Schwellwert verlässt. Es bildet die Brücke zwischen Monitoring und den Menschen, die im Störungsfall reagieren müssen.
So funktioniert Alerting
Das Monitoring misst kontinuierlich Kennzahlen wie CPU-Last, Antwortzeiten oder Fehlerraten. Alerting-Regeln definieren Bedingungen: Wird eine Bedingung über einen Zeitraum verletzt, geht ein Alarm (Alert) aus. Im Prometheus-Ökosystem übernimmt der Alertmanager die Zustellung: Er dedupliziert, gruppiert und routet Alerts zu Empfängern wie E-Mail, PagerDuty oder Slack.
Wichtige Konzepte
- Regeln mit Zeitfenster: Eine
for-Klausel (z. B. 5 Minuten) verhindert Flapping — kurze Ausschläge lösen noch keinen Alarm aus. - Gruppierung: Mehrere gleichartige Alerts werden zu einer Benachrichtigung zusammengefasst, statt den Posteingang zu fluten.
- Silencing: Bekannte Wartungsfenster können Alerts gezielt stummschalten.
- Inhibition: Ein schwerwiegender Alarm unterdrückt nachgeordnete, weniger dringende Meldungen.
Alerting und SRE
Gute Alert-Regeln orientieren sich am SLO und am Error Budget: Ein Alarm soll nur dann feuern, wenn das Fehlerbudget tatsächlich bedroht ist. Werden zu viele unwichtige Warnungen ausgelöst, stumpfen die Verantwortlichen ab — Fachleute sprechen von Alert Fatigue. Ein Runbook beschreibt, was im Alarmfall konkret zu tun ist, und gehört zum Incident Management.
Verwandte Grundlagen: Observability, SLI, SLA.