Ein Runbook ist ein detailliertes Handbuch, das Schritt für Schritt beschreibt, wie eine wiederkehrende Aufgabe im IT-Betrieb ausgeführt wird — von der täglichen Datenbanksicherung bis zur Reaktion auf einen Incident.
Runbook oder Playbook?
Der Unterschied liegt in der Flughöhe: Ein Playbook beschreibt ein größeres Szenario strategisch (etwa die Incident-Response für einen Ransomware-Vorfall), ein Runbook enthält die konkreten, ausführbaren Einzelschritte. Im deutschen Sprachgebrauch werden die Begriffe oft vermischt; fachlich ist das Runbook die operationelle, das Playbook die taktische oder strategische Ebene.
Was gehört in ein Runbook?
- Auslöser: Wann wird das Runbook angewendet — welcher Alarm, welche Anfrage?
- Voraussetzungen: Zugriffe, Werkzeuge, Rollen, die nötig sind.
- Schritt-für-Schritt-Anleitung: Konkrete Befehle und Kommandos, idealerweise kopierbar.
- Erwartete Ergebnisse: Woran erkennt man, dass der Schritt erfolgreich war?
- Eskalation: An wen wendet man sich, wenn die Schritte nicht helfen? Bei größeren Störfällen übernimmt der Incident Commander die Koordination.
Warum Runbooks?
Runbooks senken die MTTR (Mean Time to Repair), weil im Ernstfall niemand das Wissen aus dem Kopf rekonstruieren muss. Sie dokumentieren Best Practices und Standardvorgehen (SOPs) und machen den Betrieb unabhängig von einzelnen Personen. Gute Runbooks werden bei jedem Einsatz überarbeitet — wer einen Fehler behebt, verbessert zugleich das Handbuch — das strukturierte Aufarbeiten übernimmt ein Postmortem. Sie ergänzen das Alerting: Der Alarm sagt was kaputt ist, das Runbook sagt was zu tun ist.
Verwandte Grundlagen: Monitoring, Observability, Error Budget.