Der Incident Commander ist die zentrale Rolle im Incident Management während eines schweren Störfalls. Er koordiniert die Teams, trifft Entscheidungen und hält die Kommunikation zusammen, während andere Experten an der Ursachenanalyse arbeiten. Das Rollenmodell stammt aus dem Google-SRE-Buch und orientiert sich an der Feuerwehr- und Militärpraxis.

Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Der Incident Commander übernimmt die Gesamtverantwortung für die Bewältigung des Störfalls. Er führt die Zeitleiste, priorisiert Maßnahmen und entscheidet, welche Ressourcen eingesetzt werden. Wichtig: Er debuggt nicht selbst, sondern delegiert die technische Analyse an den Operations Lead beziehungsweise Technical Lead. Daneben kümmert sich ein Communications Lead um die Kommunikation nach außen, etwa Statusseiten-Updates und Stakeholder-Nachrichten.

Warum eine eigene Rolle?

In der Hektik eines Störfalls entstehen schnell widersprüchliche Prioritäten und Informationsverlust. Eine einzige klar benannte Person, die Entscheidungen trifft und die Kommunikation kanalisiert, verhindert Chaos. Das Vorgehen folgt festen Abläufen, die oft in einem Runbook dokumentiert sind. Nach der Behebung übernimmt das Team die Aufarbeitung in einem Postmortem.

Praxis

  • Bei schweren Störfällen wird der Incident Commander sofort ausgerufen und übernimmt die Leitung, bis der Betrieb wiederhergestellt ist.
  • Er nutzt Alerting und Monitoring, um den Status zu verfolgen, und bezieht das Error Budget in die Priorisierung ein.
  • Eine Blameless-Kultur sorgt dafür, dass Beteiligte offen berichten und sich niemand schuldfrei zurückhält.

Verwandte Grundlagen: Incident Management, Observability, Chaos Engineering.