Ein Game Day (auch Gameday oder Störfallübung) ist eine geplante Übung, bei der ein Team eine simulierte Störung durchspielt, als wäre sie real. Die Definition von AWS: „Ein Game Day simuliert einen Fehler oder ein Ereignis, um Systeme, Prozesse und Teamreaktionen zu testen. Der Zweck ist, genau die Handlungen auszuführen, die das Team auch bei einem echten außergewöhnlichen Ereignis ausführen würde.“

Zweck und Nutzen

Game Days trainieren das Zusammenspiel aus Mensch und Technik: Ist das Runbook verständlich? Funktionieren Eskalationswege und Alerting? Wie schnell findet das Team die Ursache? Fehler im Trockentraining sind günstig: Sie decken Prozesslücken auf, bevor ein echter Incident sie unter Zeitdruck zeigt. Regelmäßige Übungen senken nachweislich die MTTR (Mean Time to Recovery) eines Teams.

Ablauf einer Übung

Ein Game Day folgt einem Drehbuch: (1) Szenario und Rollen definieren (Wer spielt den Störfall, wer behebt, wer beobachtet?); (2) eine kontrollierte Testumgebung aufbauen, in der die Störung den Produktivbetrieb nicht gefährdet; (3) die Störung auslösen — etwa per Chaos Engineering simulierte Injektionen wie der Ausfall einer Instanz oder einer Datenbank; (4) das Team arbeiten lassen und mitprotokollieren; (5) im Abschluss-Review Erkenntnisse sammeln und Folgeaufgaben festhalten. Dieser Review folgt den Regeln des Postmortem.

Varianten

AWS bietet mit AWS GameDay ein gamifiziertes Lernformat, bei dem Teams in einer simulierten Umgebung gegen Szenarien antreten. In der Praxis kombinieren Teams Game Days oft mit Chaos Engineering: Die Chaos-Experimente liefern die technische Störung, der Game Day den Übungsrahmen mit Rollen und Auswertung. So trainieren sie sowohl die Hochverfügbarkeit des Systems als auch die Reaktionsfähigkeit des Teams.

Verwandte Grundlagen: Incident-Management, Error Budget, SLI.