Btrfs (B-tree File System, gesprochen „Butter-FS" oder „Better-FS") ist ein modernes Copy-on-Write-Dateisystem für Linux. Es wurde 2007 von Oracle angekündigt und ist seitdem Community-getrieben weiterentwickelt worden. Anders als klassische Dateisysteme arbeitet Btrfs nach dem Copy-on-Write-Prinzip (CoW): Datenblöcke werden bei Änderungen nicht überschrieben, sondern neu geschrieben, während die alten Blöcke erhalten bleiben. Darauf bauen die wichtigsten Funktionen auf — Snapshots, Subvolumes und Prüfsummen.
Kernfunktionen
- Subvolumes: eigenständige, separat einhängbare Dateibaum-Abschnitte; Grundlage für Snapshot-Konzepte und System-Rollbacks.
- Snapshots: schreibbare Copy-on-Write-Kopien von Subvolumes, nahezu ohne zusätzlichen Speicherplatz; ideal für Backups und Testumgebungen.
- Prüfsummen und Self-Healing: Btrfs speichert Prüfsummen aller Daten und Metadaten; bei RAID-Verbünden kann er beschädigte Blöcke automatisch aus intakten Kopien reparieren.
- Kompression: transparente Kompression mit zstd, lzo oder zlib pro Datei.
- RAID-Funktionen: RAID 0, 1, 10 und eigene RAID-5/6-Varianten direkt im Dateisystem („RAID5/6" mit eigenem Parity-Verfahren).
Praxis
Btrfs ist das Standard-Dateisystem von openSUSE und bei vielen Linux-Distributionen eine empfohlene Option. Werkzeuge wie btrfs subvolume snapshot oder btrfs send/btrfs receive ermöglichen effiziente Sicherungen. Der Preis für die Flexibilität ist eine höhere Komplexität; für einfache Anwendungsfälle bleibt ext4 die einfachere Wahl. Wer vor allem NAND-Flash-Speicher in Smartphones oder Embedded-Geräten nutzt, findet mit F2FS ein eigenes, auf Flash optimiertes Dateisystem.
Verwandte Grundlagen: ZFS (alternatives CoW-Dateisystem), Snapshots, Partitionen, XFS (Skalierungs-Alternative).