xBase (auch xbase) ist der Sammelbegriff für alle Datenbanksprachen, die auf der Syntax von dBASE aufbauen. Zur Familie gehören dBASE selbst, FoxBASE/FoxPro, Clipper und die Open-Source-Nachfolger Harbour und xHarbour. Gemeinsam sind ihnen das .DBF-Dateiformat, die interpretierte bzw. kompilierte Befehlsbasis und die Arbeit ohne Datenbankserver.
Familienmitglieder
- dBASE (Ashton-Tate, 1981): der Ursprung der Sprache.
- FoxBASE/FoxPro (Fox Software ab 1984, Microsoft ab 1992): deutlich schnellerer dBASE-Klon, später Visual FoxPro mit Objektorientierung.
- Clipper (Nantucket 1985): Compiler, der xBase-Programme in eigenständige EXE-Dateien übersetzt.
- Harbour/xHarbour (1999, Open Source): portierbare Clipper-kompatible Compiler für moderne Plattformen.
Gemeinsame Kernbefehle
USE datei && Tabelle öffnen
SELECT n && Arbeitsbereich wählen
LIST / DISPLAY && Datensätze ausgeben
LOCATE FOR bedingung && sequenzielle Suche
SEEK schluessel && indizierte Suche
REPLACE feld WITH w && Feld aktualisieren
BROWSE && Bearbeitungsmaske
? ausdruck && Ausgabe in die Konsole
DO WHILE ... ENDDO && Schleife
IF ... ELSE ... ENDIF && Verzweigung
Warum xBase heute noch relevant ist
Zahllose Geschäftsanwendungen der 80er- und 90er-Jahre laufen noch mit xBase-Code und .DBF-Daten. Migrationsprojekte überführen diese Bestände häufig nach SQL-Datenbanken — die .DBF-Struktur lässt sich dabei direkt importieren. Auch im Vergleich zu klassischen Automatisierungssprachen wie VBA zeigt sich: xBase war der frühe Standard für datengetriebene Desktop-Anwendungen.