dBASE war die erste weit verbreitete Datenbanksprache für den PC und prägte die gesamte xBase-Familie. Wayne Ratliff entwickelte den Vorläufer Vulcan 1978 in 8080-Assembly für CP/M; Ashton-Tate lizenzierte das Programm und verkaufte es ab 1981 als dBASE II. Es folgten dBASE III (1984), dBASE III PLUS (1986) und dBASE IV (1988). Borland übernahm Ashton-Tate 1991 und führte die Reihe bis Visual dBASE 7.0 (1997) fort.

Grundlagen

dBASE arbeitete als Interpreter: Am Punkt-Prompt gab man Befehle direkt ein, oder man speicherte sie in .PRG-Programmdateien. Die Daten lagen im .DBF-Format (dBase File), Memo-Felder in separaten .DBT-Dateien. Anders als SQL-Datenbanken war jede Tabelle eine eigene Datei ohne Serverprozess.

Kernbefehle

CREATE kunden          && neue Tabelle anlegen
USE kunden             && Tabelle öffnen
APPEND                 && Datensatz am Ende ergänzen
LIST / DISPLAY         && Datensätze anzeigen
BROWSE                 && tabellarische Bearbeitung
LOCATE FOR name = "M"  && sequenzielle Suche
CONTINUE               && nächsten Treffer suchen
GOTO 5 / SKIP 3        && Positionswechsel
REPLACE name WITH "X"  && Feldinhalt ändern
DELETE / PACK / ZAP    && markieren / kompaktieren / leeren
COUNT / SUM / AVERAGE  && Aggregationen
INDEX ON name TO ndx   && Indexdatei bauen
SEEK "M"               && indizierte Suche

Programmierung

Steuerstrukturen wie DO WHILE ... ENDDO, IF ... ELSE ... ENDIF und DO CASE ... ENDCASE erlaubten vollständige Geschäftsanwendungen. Mit SET RELATION TO ... INTO ... verknüpfte man Tabellen über Indexschlüssel — ein früher Vorläufer der JOINs aus SQL-Befehlen.

dBASE gilt als Blaupause für die gesamte PC-Datenbank-Ära. Ihre Syntax lebt in xBase-Befehlen und im Compiler-Nachfolger Clipper weiter.