Web Vitals ist die Initiative von Google zur einheitlichen Messung der Nutzererfahrung im Web. Sie bündelt Performance-Metriken in einer gemeinsamen Familie, damit Entwickler „gesunde“ Webseiten einfach erkennen und verbessern können. Die bekanntesten Mitglieder sind die Core Web Vitals.

Aufbau der Metrik-Familie

Google unterscheidet drei Gruppen:

  • Core Web Vitals — die drei offiziellen Kernmetriken: LCP (Laden), INP (Interaktion), CLS (Stabilität).
  • Zusatzmetriken (Supporting Metrics) — wichtige Werte ohne offiziellen Status: FCP (erster sichtbarer Inhalt), TTFB (Serverantwort), TBT (Total Blocking Time) und TTI (Time to Interactive).
  • Diagnose-Metriken — technische Details wie DNS-Lookup-Zeit, Verbindungsaufbau oder Request-Dauer, die Ursachen der Kernwerte erklären.

Feld- und Labormessung

Web Vitals werden auf zwei Arten gemessen: Im Feld (Field Data) bei realen Nutzern — etwa über den Chrome User Experience Report (CrUX) oder die PageSpeed Insights-API — und im Labor (Lab Data) unter kontrollierten Bedingungen, zum Beispiel mit Lighthouse. Feldwerte zeigen die tatsächliche Erfahrung, Laborwerte helfen bei der Fehlersuche.

Die web-vitals-Bibliothek

Google stellt mit web-vitals eine offizielle JavaScript-Bibliothek bereit (verfügbar über npm und CDN). Sie erfasst die wichtigsten Metriken automatisch über die PerformanceObserver-API — inklusive LCP, INP, CLS, FCP und TTFB — und meldet sie an Analytics-Dienste.

Warum das Konzept wichtig ist

Statt vieler isolierter Kennzahlen liefern die Web Vitals einen gemeinsamen Sprachschatz für Performance: Entwickler, Designer und SEO-Verantwortliche wissen, welche Werte zählen und welche Schwellenwerte „gut“ bedeuten. Für den Browser als Plattform sind sie damit die Referenz für nutzerzentrierte Geschwindigkeit.

Verwandte Grundlagen: Core Web Vitals, FCP, TTFB.