SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration, RFC 4862) erzeugt IPv6-Adressen ohne zentralen Server: Das Gerät konfiguriert sich selbst aus einem Präfix des Routers. SLAAC ist Teil des Neighbor Discovery Protocol (NDP, ICMPv6).
So entsteht die Adresse
1. Link-Local (fe80::/10) aus der MAC-Adresse, sofort verfügbar
2. Router Advertisement (RA) liefert 64-Bit-Präfix + A-Flag (Autonomous)
3. Gerät kombiniert Präfix + 64-Bit-Interface-Identifier -> globale Adresse
4. DAD (Duplicate Address Detection) prüft, ob die Adresse frei ist
Interface-Identifier und Datenschutz
Klassisch entsteht der Identifier per EUI-64 aus der MAC-Adresse (Einfügen von ff:fe, Invertieren des U/L-Bits). Weil so die Hardware weltweit verfolgbar wäre, setzen moderne Systeme Privacy Extensions (RFC 4941, aktualisiert durch RFC 8981) ein: Sie erzeugen randomisierte, regelmäßig rotierte temporäre Adressen für ausgehende Verbindungen.
SLAAC vs. DHCPv6
SLAAC ist dezentral und ohne Server-Konfiguration lauffähig; DHCPv6 vergibt Adressen und Zusatzparameter zentral. Beide kombinieren sich: Die Flags im Router Advertisement steuern, ob DHCPv6 stateful (M-Flag), stateless (O-Flag) oder gar nicht (reines SLAAC) genutzt wird. IPv4 kennt keine SLAAC-Entsprechung — dort bleibt nur DHCP.
Verwandte Grundlagen: DHCPv6, DHCP im Detail, IPv4 und IPv6, IP-Adresse, Lokales Netz.