DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol, RFC 2131) vergibt IP-Konfiguration automatisch. Der Grundablauf DORA ist unter DHCP erklärt — hier geht es um die Mechanik im Detail: Lease-Lebenszyklus, Optionen, Relay-Agent und Sicherheit.

Lease-Lebenszyklus: T1 und T2

Eine vergebene Adresse (Lease) ist nur begrenzt gültig. Der Client verlängert sie in zwei Stufen (RFC 2131):

T1 = 50 % der Lease-Zeit  -> Renew:  Unicast an den Server, der die Adresse gab
T2 = 87,5 % der Lease-Zeit -> Rebind: Broadcast, falls der Server nicht antwortet
Ablauf der Lease            -> neue DISCOVER/OFFER-Phase

DHCP-Optionen: mehr als nur die IP

DHCP-Optionen sind TLV-Tripel (Type-Length-Value) aus RFC 2132. Wichtige Beispiele: Option 1 Subnetzmaske, Option 3 Standard-Router, Option 6 DNS-Server, Option 15 Domain-Name, Option 51 Lease-Zeit, Option 66/67 TFTP-Server und Bootdatei (für PXE-Netboot) sowie Option 121 Classless Static Routes.

Relay-Agent: DHCP über VLAN-Grenzen

DHCP-Anfragen laufen als Broadcast nur im lokalen Segment (UDP 67/68). Ein Relay-Agent (meist der Router oder Switch) leitet sie an einen zentralen DHCP-Server weiter und ergänzt Option 82 (RFC 3046) mit Circuit-ID und Remote-ID — so weiß der Server, aus welchem Port/VLAN die Anfrage kommt.

Sicherheit: Rogue Server und Snooping

  • Rogue DHCP Server: Ein unberechtigter Server kann böswillige Konfiguration (falsches Gateway, eigener DNS) verteilen.
  • DHCP Snooping: Der Switch markiert vertrauenswürdige Ports; DHCPOFFER von anderen Ports werden verworfen.
  • Failover: Zwei Server teilen sich die Pools (Hot Standby oder Load Balancing, z. B. Kea High Availability), damit ein Serverausfall nicht das ganze Netz lahmlegt.

Verwandte Grundlagen: DHCP, DHCPv6, SLAAC, IP-Adresse, Netzwerkprotokoll.