Software-Defined Networking (SDN) ist ein Architektur-Ansatz, der die Steuerung eines Netzes von der reinen Datenweiterleitung trennt. Statt Konfiguration auf jedem Router und Switch einzeln zu verwalten, entscheidet eine zentrale Software — der Network Controller — über alle Routen und Regeln.
Control Plane und Data Plane
Jedes Netzwerkgerät hat zwei logische Ebenen: die Control Plane (Steuerung: welche Verbindungen gibt es, wohin fließt welcher Verkehr) und die Data Plane (Weiterleitung: Frames und Pakete tatsächlich durchreichen). In klassischen Netzen sitzen beide Ebenen eng gekoppelt in jedem Gerät. SDN zieht die Control Plane heraus und bündelt sie im Controller, der die Data Plane der Geräte zentral programmiert.
Schnittstellen: Northbound und Southbound
Anwendungen sprechen über die Northbound-API mit dem Controller (etwa um eine Firewall-Regel zu setzen oder ein neues VLAN anzulegen). Der Controller spricht über die Southbound-API mit den Switches. Der bekannteste Southbound-Standard ist OpenFlow: Er wurde 2008 an der Stanford University entwickelt und wird seit 2011 von der Open Networking Foundation (ONF) gepflegt. Controller wie OpenDaylight oder ONOS bauen darauf auf.
Vorteile und Praxis
SDN macht Netze programmatisch: Änderungen lassen sich in Minuten statt Wochen umsetzen, der Controller besitzt eine globale Sicht, und Virtualisierung profitiert — auch Overlay-Netze wie VXLAN werden oft von SDN-Controllern gesteuert. Im Internet-Routing bleibt dagegen BGP das Protokoll der Wahl; SDN hat seinen Durchbruch vor allem in Rechenzentren und Clouds gefunden.
Verwandte Grundlagen: Netzwerkprotokoll, Edge-Router, VXLAN, BGP.