Ein Notstromaggregat (auch Netzersatzanlage, kurz NEA) ist ein stationärer Stromerzeuger, der bei einem Ausfall des öffentlichen Netzes automatisch startet und die Versorgung übernimmt. Während eine USV nur Sekunden bis Minuten überbrückt, hält das Aggregat den Betrieb über Stunden aufrecht, bis das Netz zurückkehrt.
Aufbau
Das Herzstück ist ein Verbrennungsmotor — meist ein Dieselaggregat — der einen Generator antreibt. Dazu kommen ein Kraftstofftank, Kühlung, Abgasanlage, Schalldämpfung und eine Steuerung. Die Leistung wird in Kilovoltampere (kVA) bzw. Kilowatt angegeben; Anlaufströme großer Motoren und die Verdichtung der Last müssen bei der Auslegung berücksichtigt werden.
Automatische Netzumschaltung (ATS)
Die Umschalteinrichtung ATS (Automatic Transfer Switch) überwacht die Netzspannung. Fällt sie aus, startet sie den Motor und schaltet die Last nach etwa 10 bis 15 Sekunden auf das Aggregat um. Die Steuerung übernimmt dabei auch die Funktion der AMF-Einrichtung (Automatic Mains Failure). Genau diese Startzeit überbrückt die USV, sodass keine Versorgungslücke entsteht:
- Netzausfall erkannt: Die USV versorgt sofort die Last aus Akkus.
- Aggregat startet: Der Motor läuft an und erreicht Nenndrehzahl.
- Umschaltung: Die ATS legt die Last auf das Aggregat, die USV lädt ihre Akkus wieder.
- Rückkehr: Kehrt das Netz stabil zurück, schaltet die ATS zurück und das Aggregat läuft nach.
Redundanz und Betrieb
In Rechenzentren werden Aggregate redundant ausgelegt — als N+1 (ein Aggregat mehr als benötigt) oder als 2N mit zwei getrennten Versorgungswegen. Die Kraftstoffbevorratung muss für die erwartete Ausfalldauer plus Reserve reichen. Regelmäßige Prüfläufe unter Last stellen sicher, dass Motor und Umschaltung im Ernstfall funktionieren. Abwärme und Emissionen verlangen eine eigene Kühlung und Abführung.
Das Aggregat speist die Hauptverteilung; von dort führen getrennte Wege zu den USV-Anlagen und weiter über PDUs zu den Servern. Verwandte Grundlagen: Hosting und Rack-Server.