Eine PDU (Power Distribution Unit, deutsch Stromverteilungseinheit) verteilt den Strom innerhalb eines Serverracks auf die einzelnen Geräte. Sie ist das letzte aktive Glied der Stromkette, das hinter USV und Notstromaggregat sitzt und die einzelnen Server, Switches und Speichersysteme versorgt.
Bauformen und Anschlüsse
Rack-PDUs werden meist vertikal in den Schrank geschraubt und brauchen so keine Höheneinheit im 19-Zoll-Raster — manche Modelle belegen 1 HE waagerecht. Ein Speisekabel führt den Strom zu, Ausgänge sind üblicherweise IEC-Buchsen: C13 (bis 10 A) für Server und Netzwerkgeräte, C19 (bis 16 A) für größere Verbraucher. Höhere Modelle werden dreiphasig über einen IEC-60309-Stecker (3P+N+PE) eingespeist und verteilen die drei Phasen auf die Ausgänge.
Varianten
- Basic: Reine Verteilung ohne Intelligenz — funktional, aber ohne Einblick.
- Metered: Misst den Gesamtstrom der PDU und erlaubt Remote-Überwachung der Last.
- Switched: Jede Steckdose lässt sich einzeln aus der Ferne ein- und ausschalten — praktisch für Neustarts.
- Metered-by-Outlet: Kombination aus Messung und Schaltung pro Ausgang für feinkörniges Energiemanagement.
Die Überwachung läuft über SNMP, Weboberfläche oder ein Management-System. Schwellwert-Alarme melden drohende Überlast, bevor der Schutzschalter auslöst. Die gemessenen Verbräuche sind die Datenbasis für die Energieeffizienz-Kennzahl Power Usage Effectiveness (PUE).
Einbau im Rechenzentrum
Für höchste Verfügbarkeit wird jedes Gerät mit zwei Netzteilen an zwei getrennte PDUs angeschlossen (A/B-Versorgung), die an unterschiedlichen USV-Anlagen hängen. Fällt eine Kette aus, trägt die andere die Last weiter. So vervollständigt die PDU die Stromkette — von der Einspeisung über Trafo und USV bis zum einzelnen Rack-Server. Verwandte Grundlagen: Rechenzentrum, Server-Komponenten und Monitoring.