Die Bus-Topologie ist eine der ältesten Netzwerk-Grundstrukturen: Alle Geräte hängen an einem einzigen gemeinsamen Übertragungsmedium, dem Bus. Klassisches Beispiel ist das frühe Ethernet über Koaxialkabel (ThinWire/10BASE2, Yellow Cable/10BASE5).

Funktionsweise

Eine Station sendet ihr Signal auf das gemeinsame Kabel; alle anderen Stationen empfangen es und prüfen die Zieladresse, nur der Adressat übernimmt das Paket. Da das Medium geteilt ist, können zwei Geräte gleichzeitig senden — es kommt zu Kollisionen, die per CSMA/CD (Carrier Sense Multiple Access with Collision Detection) aufgelöst werden. An beiden Kabelenden sitzen Terminatoren mit dem Wellenwiderstand des Kabels, die Reflexionen verhindern.

Vorteile

  • Geringer Kabelbedarf und einfacher, kostengünstiger Aufbau — gut für kleine Netzwerke.
  • Keine zentrale Komponente wie ein Switch nötig; fällt eine Station aus, läuft der Bus meist weiter.

Nachteile

  • Ein Defekt am Kabel (oder ein fehlender Terminator) unterbricht den gesamten Netzstrang.
  • Bei hoher Last sinkt der Durchsatz wegen zunehmender Kollisionen.
  • Fehlersuche ist schwierig, Erweiterungen unterbrechen das Netz.

Abgrenzung

Die Stern-Topologie löst die Bus-Schwächen durch Einzelverbindungen zum zentralen Switch; die Ring-Topologie vermeidet Kollisionen per Token. Der logische Bus lebt in WLAN weiter: Alle Stationen teilen sich dort ein Funkmedium und nutzen CSMA/CA mit Kollisionsvermeidung. Innerhalb von Switches existiert der Bus als interne Backplane-Konstruktion.

Verwandte Grundlagen: Ethernet, Hub, Switch, WLAN.