Die Ring-Topologie verbindet die Geräte eines Netzwerks in einem geschlossenen Kreis: Jede Station hat genau zwei Nachbarn und reicht die Daten in einer festen Richtung an die nächste Station weiter. Der bekannteste Vertreter ist Token Ring (IEEE 802.5, IBM 1984).

Funktionsweise

In einem logischen Ring wandert ein kleines Datenpaket, das Token, ständig von Station zu Station. Nur die Station, die das Token besitzt, darf senden; danach gibt sie es weiter. Dadurch kann immer nur ein Gerät gleichzeitig senden — Kollisionen sind ausgeschlossen, die Zugriffssteuerung ist deterministisch. Verwendet wurde das Verfahren auch bei FDDI (Fiber Distributed Data Interface) mit Glasfaser und doppeltem, gegenläufigem Ring für Redundanz.

Vorteile

  • Kollisionsfreier, fairer Medienzugriff durch Token-Passing.
  • Vorhersagbare Latenzen — wichtig für Echtzeitanwendungen.
  • Geringerer Verkabelungsaufwand als bei der Stern-Topologie, da keine zentrale Verteilstelle nötig ist.

Nachteile

  • Fällt eine Station oder ein Kabelabschnitt aus, ist der Kreis unterbrochen und das gesamte Netz lahmgelegt (außer bei redundanten Doppelringen).
  • Jede Station wirkt aktiv am Weitertransport mit — ein einzelner Defekt blockiert alle.
  • Erweiterungen unterbrechen den Ring kurzzeitig.

Abgrenzung

Anders als bei der Bus-Topologie (gemeinsames Kabel, Kollisionen möglich) oder der Stern-Topologie (zentraler Switch als Single Point of Failure) gibt es im Ring keinen zentralen Knoten — die Ausfalllast verteilt sich auf alle Stationen. In modernen LANs wird die Ringlogik heute meist nur noch logisch in Ethernet-Ringen (z.B. Spanning Tree) oder in Glasfaser-Metroringen abgebildet.

Verwandte Grundlagen: Ethernet, Switch, Hub, Netzwerkpaket.