Der BMC (Baseboard Management Controller) ist ein kleiner, eigenständiger Mikrocontroller auf der Hauptplatine eines Servers, der die Hardware unabhängig von der Haupt-CPU überwacht und steuert. Er läuft permanent, sobald der Server am Strom hängt, und ist die Grundlage für IPMI und Redfish.
Was der BMC tut
- Sensoren: Temperatur, Spannung, Lüfterdrehzahl, Netzteil- und Gehäusestatus.
- Power-Steuerung: Ein- und Ausschalten sowie Reset per Fernzugriff.
- Remote-Konsole: KVM-over-IP überträgt Bild und Tastatur über das Netz.
- Virtuelle Datenträger: ein Betriebssystem-Image wird als virtuelle CD oder DVD eingebunden, die Installation läuft ohne Anwesenheit vor Ort.
- Event-Log: Hardware-Ereignisse werden im System Event Log aufgezeichnet.
Immer an, immer erreichbar
Der BMC hat einen eigenen Netzwerkanschluss und meist eine eigene IP-Adresse. Weil er auch bei ausgeschaltetem Server und abgestürztem Betriebssystem arbeitet, ist er der letzte Rettungsanker der Fernwartung — der Administrator erreicht den Rechner noch, wenn über das Netzwerk sonst nichts mehr geht.
Herstellerimplementierungen
Praktisch jeder Server besitzt einen BMC, die Hersteller nennen ihn unterschiedlich: iDRAC (Dell), iLO (HPE), XCC (Lenovo) und Supermicro-IPMI (Supermicro). Daneben existiert die offene Firmware OpenBMC. Der Chip sitzt fest auf der Hauptplatine und hat eine eigene Firmware, die unabhängig vom Betriebssystem aktualisiert wird.
Sicherheit
Der BMC ist ein vollwertiges System mit eigener Firmware und Webserver — ein verbreitetes Angriffsziel. Er gehört in ein separates Management-Netz oder eine abgeschottete DMZ, nie ins offene Internet. Werkspasswörter müssen geändert, die Firmware regelmäßig im Zuge des Patch Management aktualisiert werden. Ein Bastion Host bündelt den Zugriff.
Abgrenzung
Der BMC ist die Hardware, IPMI das klassische Protokoll dazu und Redfish der moderne, REST-basierte Nachfolger. Die übrigen Bauteile beschreibt der Artikel Server-Komponenten, die Hardware im Detail Server-Hardware: CPU, RAM und ECC.