Redfish ist ein Standard der DMTF (Distributed Management Task Force) für die Verwaltung von Servern und Rechenzentrums-Hardware über eine REST-API. Statt proprietärer Kommandozeilen spricht Redfish per HTTPS in JSON — ein moderner, programmierbarer Nachfolger von IPMI, der seit 2015 kontinuierlich erweitert wird.
Wie Redfish funktioniert
- REST und JSON: jede Ressource hat eine URL, zum Beispiel
/redfish/v1/Systems/1. - HTTPS: Transportverschlüsselung und gängige Authentifizierung statt eines eigenen Netzprotokolls.
- Datenmodell: die Schemata basieren auf OData und sind öffentlich dokumentiert (Redfish Schema Bundle).
- Programmierbar: Skripte und Werkzeuge wie Ansible, Terraform oder
redfishtoolverwalten ganze Server-Flotten.
Typische Aufgaben
Ein Redfish-Aufruf liefert den Hardware-Zustand, schaltet den Server ein oder aus, liest das Event-Log, setzt BIOS-Einstellungen über die BIOS-Registry oder bindet virtuelle Medien ein. Damit lässt sich der gesamte Lebenszyklus automatisieren — von der Bereitstellung bis zum Firmware-Update.
Warum Redfish IPMI ablöst
IPMI ist in die Jahre gekommen: Das Verfahren RAKP zur Authentifizierung gilt als unsicher (CVE-2013-4786), und die binäre Protokollschicht lässt sich schlecht automatisieren. Redfish nutzt dagegen HTTPS, JSON und Standard-Webtechnik und wurde von der DMTF deshalb als Nachfolgestandard positioniert. Viele Server können beides: Der BMC bietet IPMI weiterhin an und stellt zusätzlich eine Redfish-Oberfläche bereit, etwa bei iDRAC (Dell), iLO (HPE) und XCC (Lenovo).
Einordnung
Redfish beschreibt die Verwaltung, nicht die Hardware selbst. Während IPMI ein eigenes Netzprotokoll auf Port 623 nutzt, arbeitet Redfish über den HTTPS-Port des BMC und passt damit in bestehende Monitoring- und Automatisierungslandschaften. Im Rechenzentrum ist er heute der Standard für die Out-of-Band-Automatisierung.