Ein Blade-Server ist ein besonders flaches, steckbares Servermodul – eine „Klinge" (englisch blade) – das in ein gemeinsames Gehäuse geschoben wird. Diese Bauform packt die höchste Rechenleistung auf den geringsten Raum und wird vor allem in großen Rechenzentren eingesetzt.

Das Blade-Chassis

Mehrere Blades stecken in einem gemeinsamen Gehäuse, dem Blade-Chassis. Ein Chassis belegt typisch 6 bis 10 Höheneinheiten im Rack und nimmt je nach Modell 8 bis 16 Blades auf. Ein bekanntes Beispiel ist das HP BladeSystem c7000 mit bis zu 16 Blades.

Jedes Blade bringt nur das Nötigste selbst mit: Prozessoren, Arbeitsspeicher und oft etwas lokalen Speicher. Stromversorgung, Kühlung, Netzwerk und Verwaltung kommen aus dem Chassis.

Die Midplane

Im Rücken des Chassis sitzt die Midplane – eine Rückverdrahtungsplatine, die Strom und Datenverbindungen an alle Blades verteilt. Über sie bekommt jedes Blade seinen Stromanschluss und seine Verbindung zu den Netzwerk- und Speichermodulen. Manche Hersteller verzichten in neueren Systemen auf eine klassische Midplane.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: höchste Packungsdichte, sehr wenige Kabel (Netzteile, Lüfter und Switches werden geteilt), zentrale Verwaltung, schnelle Wartung durch Stecken und Ziehen, gute Skalierbarkeit.
  • Nachteile: hohe Einstiegsinvestition für das Chassis, Bindung an einen Hersteller, ein Fehler an gemeinsamen Komponenten betrifft alle Blades, und je Blade bleibt wenig Platz für eigene Erweiterungen.

Abgrenzung

Ein Rack-Server hat ein eigenes Gehäuse und wird direkt im Rack verschraubt. Ein Tower-Server steht frei. Der Blade-Server teilt sich dagegen Gehäuse, Strom und Kühlung mit seinen Nachbarn. Die inneren Bauteile ähneln denen jedes Servers (siehe Server-Komponenten); die Kühlung im Schrank beschreibt der Artikel Kühlung.