RIP-Befehle fassen die Kommandos für das RIP-Protokoll zusammen, dem einfachsten Distanzvektor-Verfahren mit der Hop-Zählung als Metrik (Maximum 15, Metrik 16 = unerreichbar). RIP eignet sich für kleine Netze und taucht in Laboren sowie Legacy-Umgebungen noch regelmäßig auf. Konfiguriert wird vor allem in Cisco IOS, Juniper Junos und MikroTik RouterOS.
Cisco IOS und IOS-XE
RIP wird als Prozess aktiviert; RIPv2 ist in modernen IOS-Versionen Standard, kann aber explizit gesetzt werden. Die network-Anweisung nennt die direkt verbundenen Netze:
router rip
version 2
network 10.0.0.0
network 192.168.1.0
no auto-summary
passive-interface default
no passive-interface GigabitEthernet0/1
no auto-summary verhindert das Zusammenfassen an Klassen-Grenzen (classful), damit RIPv2 die Subnetzmasken korrekt überträgt. Für IPv6 existiert RIPng als eigener Prozess (ipv6 router rip MEINRIP plus ipv6 rip MEINRIP enable auf dem Interface).
Verifikation und Diagnose:
show ip rip database
show ip protocols
show ip route rip
debug ip rip
Juniper Junos
Junos fasst RIP-Nachbarn in einer Gruppe zusammen; der Export von Routen ins Protokoll läuft über eine Routing-Policy, die auf Gruppenebene referenziert wird:
set policy-options policy-statement export-rip term 1 from protocol direct
set policy-options policy-statement export-rip term 1 then accept
set protocols rip group rip-group export export-rip
set protocols rip group rip-group neighbor ge-0/0/0.0
Die Prüfkommandos im Betriebsmodus:
show rip neighbor
show rip statistics
show route protocol rip
MikroTik RouterOS
RouterOS v7 konfiguriert RIP unter /routing rip mit Instanz und Interfaces; optional redistribuiert man andere Quellen in RIP:
/routing rip instance add name=default redistribute=connected,static
/routing rip interface add interface=ether1
/routing rip route print
In RouterOS v6 (Legacy) aktivierte man RIP über /routing rip set redistribute-connected=yes und fügte Interfaces mit /routing rip interface add interface=ether1 hinzu.
Für größere Netze ist OSPF die übliche Wahl — die Kommandos zeigt die Referenz OSPF-Befehle. Das Cisco-eigene, leistungsfähigere Verfahren findet sich unter EIGRP-Befehle.
Verwandte Grundlagen: RIP, Router, Gateway, OSPF-Befehle, EIGRP-Befehle.
Segment-Routing-Befehle aktivieren SR-MPLS: Statt eines separaten Label-Protokolls wie LDP verteilt das Routing-Protokoll die Segment-IDs direkt mit. Der Konzept-Artikel Segment Routing erklärt die Idee der SIDs und des SRGB; die klassischen MPLS-Kommandos stehen in der Referenz MPLS-Befehle. Hier folgen die SR-Kommandos der Praxis.
Cisco IOS XE
Segment Routing wird pro Router und dann im IGP aktiviert. OSPF- und IS-IS-Beispiel sehen ähnlich aus — hier mit IS-IS:
segment-routing mpls
!
router isis CORE
net 49.0001.0000.0000.0001.00
segment-routing mpls
Jeder Router bekommt für sein Loopback eine globale Prefix-SID, die im IGP propagiert wird:
interface Loopback0
ip address 10.0.0.1 255.255.255.255
segment-routing mpls connected-prefix-sid-map address-family ipv4
10.0.0.1/32 index 1 range 1
exit-address-family
Zur Diagnose: show segment-routing mpls connected-prefix-sid-map ipv4 zeigt die lokalen SID-Zuordnungen, show mpls forwarding-table die daraus entstandenen Label-Pfade und show isis segment-routing den SR-Status des IGPs.
Juniper Junos
Auf Junos wird SR im IGP aktiviert und die SID am Loopback gesetzt:
set protocols isis source-packet-routing
set interfaces lo0.0 unit 0 family inet address 10.0.0.1/32
set protocols isis interface lo0.0 level 1 passive
Die Prefix-SID konfiguriert man über die source-packet-routing-Hierarchie; geprüft wird mit show isis database extensive (dort erscheinen die SID-Sub-TLVs) und show mpls lsp.
MikroTik RouterOS
/routing igp sr set enabled=yes
/routing igp sr interface add interface=ether1
Segment Routing auf RouterOS basiert auf einer zentralen SR-Datenbank, die mit /routing igp sr database print und /routing igp sr neighbor print geprüft wird. Weil SR die Labels im IGP mitführt, entfällt die separate LDP-Konfiguration — die LDP-Befehle bleiben nur für klassische MPLS-Netze relevant. Verwandte Grundlagen: MPLS, IS-IS, OSPF.
MPLS-Befehle aktivieren und prüfen die Label-Weiterleitung auf Routern. Die Kommandos unterscheiden sich je Hersteller, zeigen aber dieselben drei Ebenen: globale Aktivierung, Schnittstellen-Zuordnung und Diagnose der Label-Pfade. Der zugehörige Konzept-Artikel MPLS erklärt, warum Pakete über Labels statt IP-Adressen vermittelt werden.
Cisco IOS
Zuerst muss CEF (Cisco Express Forwarding) laufen, dann wird MPLS global und je Schnittstelle aktiviert. Das Label-Protokoll ist standardmäßig LDP:
ip cef
mpls ip
mpls label protocol ldp
!
interface GigabitEthernet0/0
mpls ip
Die show-Befehle bilden das Herz der Fehlersuche: show mpls interfaces listet aktive MPLS-Schnittstellen, show mpls ldp neighbor zeigt die LDP-Nachbarn mit Sitzungsstatus und show mpls forwarding-table die gelernten Label-Pfade (Incoming Label, Outgoing Label, Prefix, Next Hop). Die vollständige Zuordnung aller IP-Präfixe zu Labels liefert show mpls ip bindings.
Juniper Junos und MikroTik RouterOS
Auf Junos gehört MPLS in die Konfigurationshierarchie unter protocols mpls und protocols ldp; geprüft wird mit show mpls lsp (Ingress-/Transit-LSPs mit Status Up/Down) und show ldp session (Peer-Sitzungen, State Operational). RouterOS von MikroTik aktiviert MPLS über /mpls ldp set enabled=yes lsr-id=10.1.1.3, weist Schnittstellen mit /mpls ldp interface add interface=ether1 zu und zeigt den Zustand mit /mpls ldp neighbor print sowie /mpls forwarding-table print an.
Praxis-Tipps
- Ohne
ip cefstartet MPLS auf Cisco-Geräten nicht — CEF ist die Datenebene, auf der die Label-Weiterleitung aufsetzt. - Loopback-Adressen als Router-ID (z. B.
mpls ldp router-id Loopback0) machen LDP-Sitzungen stabil, weil Loopbacks bei Link-Ausfällen erreichbar bleiben. - LDP-Hello-Nachrichten laufen an die Multicast-Adresse 224.0.0.2 (UDP 646); die eigentliche Sitzung nutzt TCP 646.
- Verwandte Befehls-Referenzen: LDP-Befehle und Segment-Routing-Befehle.
LDP-Befehle konfigurieren das Label Distribution Protocol, das die Label-Zuordnungen in einem MPLS-Netz verteilt. Während der Konzept-Artikel Label Distribution Protocol das Protokoll erklärt, zeigt diese Referenz die konkreten Kommandos der gängigen Plattformen.
Cisco IOS
Nach der globalen MPLS-Aktivierung (Grundlagen zeigt die Referenz MPLS-Befehle) wird LDP als Label-Protokoll gesetzt und eine stabile Router-ID gewählt:
mpls label protocol ldp
mpls ldp router-id Loopback0 force
Für die Diagnose sind vier show-Befehle zentral: show mpls ldp neighbor zeigt Peers mit Sitzungsstatus (Operational), show mpls ldp bindings die lokalen und von Nachbarn gelernten Label-Bindings je Präfix, show mpls ldp discovery die per Hello entdeckten LDP-Router und debug mpls ldp schaltet die Protokoll-Detailausgabe ein.
Juniper Junos
Auf Junos wird LDP rein konfigurativ aktiviert; die Sitzungen erscheinen nach einem Commit automatisch:
set protocols ldp interface ge-0/0/1.0
Prüfen lässt sich das mit show ldp session (State: Operational), show ldp neighbor, show ldp route (gelernte FEC-Label-Pfade mit Outgoing Label) und show ldp interface. Der Befehl show ldp path zeigt die LDP-LSPs im Detail.
MikroTik RouterOS
/mpls ldp set enabled=yes lsr-id=10.1.1.3
/mpls ldp interface add interface=ether1 transport=ipv4
/mpls ldp neighbor print
Die print-Ansichten von /mpls ldp neighbor und /mpls forwarding-table zeigen, ob die Label-Pfade aufgebaut sind. In modernen Netzen ersetzt Segment Routing LDP zunehmend — die Segment-Routing-Befehle zeigen, wie die Label-Verteilung dann ohne eigenes Protokoll im IGP läuft.
gNMI-Befehle zeigen den Umgang mit dem gRPC-basierten gNMI-Protokoll. gNMI ist Teil des OpenConfig-Projekts und dient vor allem dem effizienten Streaming von Betriebsdaten sowie der Konfiguration. Der Standard-Client ist gNMIc (OpenConfig), das alle vier RPCs beherrscht: Capabilities, Get, Set und Subscribe.
Verbindung und Capabilities
gNMI läuft über gRPC/HTTP/2, typischerweise auf Port 57400. Die Ziele werden mit -a, Nutzer und Passwort mit -u/-p übergeben, bei Laborservern schaltet --insecure TLS ab:
gnmic -a 10.0.0.1:57400 -u admin -p secret --insecure capabilities
gnmic -a 10.0.0.1:57400 -u admin -p secret --insecure get --path /interfaces/interface/state/counters
Subscribe und Set
Der Subscribe-RPC ist das Herzstück der Streaming-Telemetrie. Mit --stream-mode wählt man zwischen sample (Intervall) und on_change (bei Änderung):
gnmic -a 10.0.0.1:57400 -u admin -p secret --insecure subscribe
--path /interfaces/interface/state --stream-mode on_change
Konfiguration schreibt man mit set, wobei Pfad und Wert getrennt übergeben werden:
gnmic -a 10.0.0.1:57400 -u admin -p secret --insecure set
--path /interfaces/interface[name=eth0]/config/description --value uplink
Neben gNMIc existieren die gnxi-Werkzeuge (Go-Client des OpenConfig-Projekts) und Collectoren wie Telegraf mit gNMI-Plugin. Wer XML über SSH bevorzugt, nutzt NETCONF-Befehle; wer HTTP-basiert arbeitet, RESTCONF-Befehle.
Verwandte Grundlagen: gNMI, OpenConfig, YANG, Telemetrie.