Turbo Pascal ist die integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) von Borland für die Sprache Pascal, erschienen im November 1983 — entwickelt von Anders Hejlsberg, der später Delphi, C# und TypeScript prägte. Die IDE vereinte erstmals Editor, Compiler und (ab Version 4) Debugger in einem einzigen Werkzeug und wurde damit in den 80er-Jahren zum De-facto-Standard der Softwareentwicklung auf dem PC. Der Compiler erzeugt echte EXE-Dateien und war mit ca. 49,95 US-Dollar konkurrenzlos günstig.

Programmgerüst

program Hallo;
uses Crt;
begin
  ClrScr;
  WriteLn('Hallo, Welt!');
end.

Wichtige Befehle und Sprachmittel

  • program / uses / begin…end: Grundgerüst, Einbindung von Units, Blockstruktur
  • Write, WriteLn, Read, ReadLn: formatierte Ausgabe und Eingabe
  • if…then…else, case: Verzweigungen
  • for, while, repeat…until: Schleifen
  • const, type, var: Deklarationen; Records für strukturierte Daten
  • procedure / function: Unterprogramme mit strikter Typisierung
  • Unit: Modultechnik mit Interface/Implementation-Trennung

Praxis-Tipps

  • Die Crt-Unit liefert ClrScr, GotoXY, ReadKey und TextColor — Standard für Konsolenprogramme.
  • Turbo Pascal 7.0 (1992) war die letzte DOS-Version; mit 6.0 kamen Objekte (Object Pascal), mit Delphi (1995) die visuelle RAD-Umgebung.
  • Der Compiler ist extrem schnell: ganze Projekte übersetzt er in Sekunden — damals eine Sensation.

Turbo Pascal setzt die Sprache Pascal/Delphi fort und beeinflusste Oberons Modulkonzept. Der strukturierte Ansatz grenzt sich bewusst vom Sprungstil des GW-BASIC ab.