GW-BASIC ist der BASIC-Interpreter von Microsoft, der zwischen 1983 und 1991 als Bestandteil von MS-DOS (bis Version 4.02) an die ersten IBM-kompatiblen PCs ausgeliefert wurde. Anders als ein Compiler führt der Interpreter Zeile für Zeile aus und erzeugt keine EXE-Datei — klassische GW-BASIC-Programme tragen daher feste Zeilennummern und wimmeln oft von GOTO und GOSUB (der berüchtigte „Spaghetti-Code“). 2020 gab Microsoft den Quellcode als Open Source frei.

Direktmodus und Programmzeilen

GW-BASIC startet mit der Eingabeaufforderung Ok
LIST    zeigt das Programm an
RUN     startet das Programm ab der kleinsten Zeilennummer
NEW     löscht das aktuelle Programm
SAVE "name.bas" / LOAD "name.bas"  speichert bzw. lädt Programme

Klassische BASIC-Befehle

  • PRINT und INPUT: Ausgabe auf dem Bildschirm bzw. Eingabe von der Tastatur
  • GOTO und GOSUB…RETURN: Sprunganweisungen; GOSUB ruft ein Unterprogramm auf, RETURN kehrt zurück
  • FOR…NEXT: Zählschleife mit Schrittweite (STEP)
  • IF…THEN…ELSE: bedingte Verzweigung
  • DIM: Feldvereinbarung (z.B. DIM A(10,10))
  • DEF FN: eigene Funktionen definieren (z.B. DEF FNQ(X)=X*X)
  • PEEK und POKE: Speicherzellen direkt lesen bzw. beschreiben
  • CLS: Bildschirm löschen, COLOR: Farben setzen

Praxis-Tipps

  • Zeilennummern in Zehnerschritten vergeben (10, 20, 30…) — so lassen sich später Korrekturen einschieben.
  • RENUM nummeriert das Programm automatisch neu, wenn die Nummern zu eng werden.
  • Für Töne und Grafik stehen SOUND, PLAY, SCREEN und DRAW bereit — typische Hobbyprogrammier-Projekte der 80er-Jahre.

Nachfolger von GW-BASIC waren QuickBASIC und Visual Basic; die Zeilennummern-Programmierung prägte auch Batch-Dateien. Das Sprung-Konzept lebt in Fortrans GOTO weiter. Verwandt: Turbo Pascal als strukturierter Nachfolger auf dem PC und Oberon als Wirth-Design.