SuperCollider ist eine 1996 von James McCartney veröffentlichte Umgebung für Echtzeit-Klangsynthese und algorithmische Komposition. Seit 2002 steht sie unter der GPL und gilt als Standardwerkzeug in der Computer-Musik. Das System besteht aus drei Komponenten: sclang (der Interpreter), scsynth (der Echtzeit-Audioserver) und scide (der Editor mit integrierter Hilfe).

Erste Schritte

Eine .scd-Datei lässt sich direkt auf der Kommandozeile ausführen, zum Beispiel für Headless-Verarbeitung oder Batch-Aufgaben:

sclang meine_komposition.scd
scsynth -u 57110

Standardmäßig lauscht der Server auf Port 57110 (UDP). Die Alternativ-Implementierung supernova verteilt die DSP-Last auf mehrere CPU-Kerne.

Wichtige Konzepte

  • SynthDef – definiert eine Klang-Synthese-Schaltung aus Unit Generators (UGens), zum Beispiel Oszillatoren wie SinOsc oder Klangfilter.
  • UGen – ein Signalbaustein: SinOsc.ar(440) erzeugt einen Sinus mit 440 Hz.
  • Synth – die laufende Instanz einer SynthDef auf dem Server.
  • Bus – Audiokanäle, über die Synth-Knoten miteinander verbunden werden.

Praxis-Tipps

  • Die Kommunikation zwischen sclang und scsynth läuft über das OSC-Protokoll (Open Sound Control).
  • Fehler im Server-Start lassen sich mit scsynth -h diagnostizieren (alle Kommandozeilen-Optionen).
  • Für Live-Coding wird häufig die SuperCollider-IDE gestartet; wer nur die Engine braucht, startet gezielt scsynth.

Verwandte Grundlagen: Sonic Pi (baut auf dem SuperCollider-Server auf) und ChucK (stark zeitbasierte Alternative für Live-Performance).