Jupyter ist ein Ökosystem für interaktives, dokumentbasiertes Programmieren. Der Name steht für die drei Kernsprachen Julia, Python und R. Aus dem früheren IPython Notebook wurde 2014/2015 das Jupyter Notebook, seit 2018 ergänzt um die moderne Oberfläche JupyterLab. Jupyter-Notebooks sind JSON-Dokumente (Endung .ipynb), die Code-, Markdown- und Ausgabezellen kombinieren — ideal für Data Science, Lehre und Dokumentation.
Notebook und JupyterLab starten
jupyter notebook # klassische Notebook-Oberfläche im Browser
jupyter lab # JupyterLab (IDE-artige Oberfläche)
jupyter kernelspec list # installierte Kernel anzeigen
Arbeiten mit Zellen
- Jede Zelle ist entweder Code oder Markdown; die Umschaltung erfolgt per
Y(Code) bzw.M(Markdown) im Command-Modus. Shift+Enterführt die aktuelle Zelle aus und springt zur nächsten;Enterwechselt in den Edit-Modus,Esczurück in den Command-Modus.- Neue Zellen:
A(oberhalb),B(unterhalb); löschen mitdd. - Der Kernel ist die sprachspezifische Rechen-Engine (IPython für Python, IRkernel für R, IJulia für Julia). Über das Kernel-Menü lassen sich Kernel neu starten oder wechseln.
Magics und Export
Im Notebook stehen die IPython-Magics zur Verfügung: %timeit misst Ausführungszeiten, %matplotlib inline bettet Diagramme direkt in die Ausgabezelle ein. Für die Weitergabe exportiert man Notebooks in andere Formate:
jupyter nbconvert --to html notebook.ipynb
jupyter nbconvert --to script notebook.ipynb # nur den Code extrahieren
Verwandte Werkzeuge
Die Grundlage aller Jupyter-Kernel ist die interaktive IPython-Shell, Umgebungen verwaltet man bequem mit Conda. Die zugrunde liegende Sprache ist Python; Cloud-Dienste wie Google Colab bieten Jupyter-Notebooks ohne lokale Installation. In der Datenanalyse ist Jupyter der Standard-Arbeitsplatz — vergleichbar mit MATLAB oder R für numerische Berechnungen. Auch für maschinelles Lernen ist die Notebook-Umgebung der übliche Einstieg.