Vishing (Kofferwort aus Voice und Phishing) ist Betrug per Telefon: Kriminelle geben sich am Apparat als Bankmitarbeiter, Support-Techniker von Microsoft, Polizei oder Behörde aus, um Zugangsdaten, TANs oder Geld zu erlangen. Es ist die akustische Schwester des Phishing und gehört mit Smishing (SMS) und Spear-Phishing (gezielte Mails) zur selben Social-Engineering-Familie.

Typische Maschen

  • Fake-Support: Anrufer behaupten, der PC sei mit Viren infiziert, und fordern die Installation von Fernwartungssoftware – so verschaffen sie sich Zugriff auf das Gerät.
  • Falsche Bankmitarbeiter: Angebliche Sicherheitsabteilungen warnen vor Kontoplünderung und lassen sich zur „Absicherung" TANs oder Überweisungen diktieren.
  • Polizei-Enkeltrick am Telefon: Anrufer geben sich als Beamte oder Angehörige aus und verlangen Kautionen oder Wertgegenstände.
  • Anruf bei Unternehmen: Angestellte werden als IT-Abteilung oder Geschäftsführung ausgegeben, um Passwörter oder Überweisungen zu erpressen.

Caller-ID-Spoofing und KI-Stimmen

Die angezeigte Rufnummer ist kein Beweis: Per Caller-ID-Spoofing lässt sich jede beliebige Nummer vortäuschen, etwa die der echten Bank oder der örtlichen Polizei. Seit 2023 verschärft KI-Stimmenklonen die Lage: Mit wenigen Sekunden Sprachprobe erzeugen Täter täuschend echte Stimmen von Angehörigen oder Vorgesetzten – bekannt wurden Fälle, in denen sich Anrufer als Unternehmenschef ausgaben und Überweisungen verlangten. Der Security-Dienstleister Ontinue meldete Anfang 2024 einen Anstieg der Vishing-Vorfälle um über 1600 Prozent im Vergleich zum Vorquartal; viele Angriffe führten Opfer auf gefälschte Support-Seiten.

So schützen Sie sich

  • Legitime Institute fordern NIEMALS TANs, Passwörter oder Fernwartungs-Installationen per Telefon – bei solchen Anrufen sofort auflegen.
  • Rückruf über die offizielle, selbst gewählte Nummer (nicht die angezeigte) klärt die Echtheit.
  • Familienmitglieder über den KI-Stimmenklon-Trick aufklären, feste Codewörter für Notfälle vereinbaren.
  • Bei Schadensverdacht: Bank informieren, Anzeige erstatten und die Bundesnetzagentur über die Nummer melden.

Gelingt ein Vishing-Angriff, nutzen die Täter die Daten oft für Banking-Trojaner-Zugriffe oder verkaufen sie im Netz. Grundlegende Schutzmechanismen wie Multi-Faktor-Authentifizierung begrenzen den Schaden, selbst wenn Zugangsdaten abfließen.