Ein Banking-Trojaner ist eine Schadsoftware, die gezielt Online-Banking und Finanztransaktionen angreift. Ihr Ziel sind Zugangsdaten, Kontostände und vor allem Geld: Sie manipuliert Überweisungen direkt im Browser des Opfers, oft ohne dass der Nutzer etwas bemerkt.

Wie funktioniert ein Banking-Trojaner?

Die zentrale Technik ist der Man-in-the-Browser-Angriff: Der Trojaner injiziert Code in den laufenden Browser-Prozess und kann so die angezeigten Bankseiten verändern. Diese Manipulation nennt man Webinject: Der Angreifer blendet zusätzliche Formularfelder ein (etwa für TAN oder Kartennummer), fängt die Eingaben ab oder ändert Empfänger und Betrag einer Überweisung in Echtzeit. Ergänzt wird das durch Keylogging, Bildschirmfotos, Formular-Diebstahl und Umleitungen auf gefälschte Bankseiten.

Warum umgeht das die Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Viele Banking-Trojaner können Zwei-Faktor-Verfahren aushebeln, weil sie die Transaktion manipulieren, bevor sie signiert wird: Der Nutzer gibt die TAN für den angezeigten Betrag ein, während der Trojaner im Hintergrund eine andere, höhere Überweisung an den Angreifer auslöst. Genau deshalb setzen Banken auf Transaktionssignierung, bei der alle Empfängerdaten in das Signaturverfahren einfließen.

Bekannte Familien

Der bekannteste Vertreter ist Zeus (2007), dessen Quellcode 2011 veröffentlicht wurde und zahlreiche Nachfolger hervorbrachte. Weitere prominente Familien sind SpyEye, Dridex, TrickBot, Emotet und IcedID — viele davon werden im Rahmen von Malware-as-a-Service vermietet und über Loader verteilt. Banking-Trojaner arbeiten häufig in Botnetzen zusammen und stehlen neben Bankdaten auch andere Zugangsdaten, wie es auch Infostealer tun.

Erkennung und Abwehr

Schutz bieten aktuelle Systeme, EDR-Lösungen mit Verhaltensanalyse, getrennte Geräte für das Banking und Verfahren mit Transaktionssignierung wie ChipTAN. Wer den Verdacht eines Befalls hat, sollte das Banking-Gerät nicht weiter für Überweisungen nutzen und den Vorfall melden — denn je länger ein Banking-Trojaner aktiv ist, desto größer der mögliche Schaden.

Verwandte Grundlagen: Malware, Keylogger, Phishing.