TIFF (Tagged Image File Format, Endung .tif oder .tiff) ist ein Rasterbildformat, das 1986 von Aldus für Desktop-Publishing entwickelt wurde und später an Adobe überging. Sein Name verweist auf die Besonderheit: Jede Bildeigenschaft – Breite, Höhe, Farbtiefe, Kompression – steht in einem nummerierten Tag, den Programme unabhängig voneinander auswerten können. TIFF speichert Bilder verlustfrei und gilt bis heute als Standardformat für die Druckvorstufe, professionelle Scans und die langfristige Archivierung.

Wie funktioniert TIFF?

Eine TIFF-Datei beginnt mit einem 8-Byte-Header, der auf ein oder mehrere Image File Directories (IFD) zeigt. Jedes IFD ist eine Liste von Tags: Tag 256 nennt die Breite, Tag 257 die Höhe, Tag 258 die Bits pro Kanal, Tag 259 das Kompressionsverfahren. Weil die Struktur erweiterbar ist, kann TIFF mit neuen Tags wachsen, ohne ältere Programme zu brechen – private und firmenspezifische Tags sind ausdrücklich erlaubt.

Eigenschaften

  • Verlustfreie Speicherung: unkomprimiert oder mit LZW-, PackBits- oder Deflate-Kompression; optional auch verlustbehaftet per JPEG
  • Hohe Farbtiefen: von 1 Bit (Schwarzweiß) über 8 Bit je Kanal bis 16 oder 32 Bit – wichtig für professionelle Bildbearbeitung
  • Farbmodelle: RGB, CMYK, Graustufen, Lab und Palettenbilder; CMYK macht TIFF zum Standard für den Druck
  • Mehrseitig: mehrere IFDs in einer Datei erlauben Multi-Page-TIFF – typisch für Faxgeräte (CCITT G3/G4) und Dokumentenscanner

Verwandte Kompressionsverfahren: Lauflängencodierung (PackBits), LZW und Datenkompression allgemein.

Einsatz heute

  • Druckvorstufe: Druckereien erwarten Druckdaten häufig als TIFF oder PDF – verlustfrei, im CMYK-Farbraum, mit hoher Auflösung
  • Archivierung und Scan: Bibliotheken und Behörden scannen Dokumente als TIFF, oft mit Group-4-Kompression; die unkomprimierte Form ist ein verlustfreies Digitalisat
  • Bildbearbeitung: Zwischenspeicherung ohne Qualitätsverlust, bevor am Ende ein Web-Format erzeugt wird
  • Im Web spielt TIFF praktisch keine Rolle: Die Dateien sind groß, und JPEG, PNG oder WebP sind dafür besser geeignet

Verwandte Grundlagen: JPEG, PNG, BMP, SVG, Datenkompression.