Swap (englisch für „tauschen") ist ein reservierter Bereich auf der Festplatte oder SSD, den das Betriebssystem als Erweiterung des Arbeitsspeichers nutzt. Wenn der RAM voll ist, lagert der Kernel weniger genutzte Speicherseiten nach Swap aus und macht so Platz für aktive Prozesse.
Wozu Swap gut ist
- Puffer bei Speicherspitzen: Kurze Lastspitzen führen nicht sofort zum Absturz von Anwendungen.
- Hibernation (Ruhezustand): Der komplette RAM-Inhalt wird in den Swap-Bereich geschrieben.
- Ausfallsicherheit: Ein System mit Swap bleibt unter Last bedienbar, auch wenn es langsamer wird.
Swap-Datei oder Swap-Partition?
Klassisch wurde Swap auf einer eigenen Partition eingerichtet. Heute ist eine Swap-Datei oft flexibler: Sie lässt sich nachträglich vergrößern oder verkleinern, ohne die Partitionstabelle anzufassen. Beides ist auf einem Dateisystem möglich.
Swap unter Linux einrichten
sudo fallocate -l 4G /swapfile # Swap-Datei anlegen
sudo chmod 600 /swapfile # nur root lesen
sudo mkswap /swapfile # als Swap formatieren
sudo swapon /swapfile # aktivieren
swapon --show # Status prüfen
Damit die Swap-Datei nach einem Neustart wieder aktiv ist, trägt man sie in die /etc/fstab ein. Die Auslagerung steuert der Kernel über den Parameter vm.swappiness — ein Wert von 10 bedeutet „nur im Notfall auslagern", 60 ist die übliche Voreinstellung.
Praxis-Tipps
- Eine Swap-Datei auf der SSD kostet Speicherplatz, schont aber den Arbeitsspeicher bei Prozess-Spitzen.
- Für Desktops mit viel RAM reichen 2-4 GB Swap meist; für Server mit Hibernation-Wunsch eher RAM-Größe.
- Mit systemctl und
journalctllassen sich Speicherprobleme im Log nachverfolgen.
Verwandte Grundlagen: mount, CLI-Glossar, Ubuntu, Betriebssystem.