Scareware (englisch scare = Angst machen) ist Schadsoftware oder Betrug, die mit vorgetäuschten Sicherheitswarnungen Druck aufbaut. Klassiker sind gefälschte Virenmeldungen mit der Aufforderung, sofort eine „Schutzsoftware“ zu kaufen oder eine Telefonnummer anzurufen. Fachleute sprechen auch von Rogue Security Software, also betrügerischer Sicherheitssoftware.
So funktioniert der Trick
Opfer landen über manipulierte Werbung, kompromittierte Webseiten oder Phishing-Mails auf Seiten, die eine angebliche Systemprüfung abspielen: Auf einmal erscheinen Warnfenster im Stil des Betriebssystems oder eines bekannten Virenscanners — „5 Viren gefunden!“, „Ihr Passwort wurde gestohlen!“. In Wahrheit hat die Seite nichts gefunden; sie will den Nutzer unter Zeitdruck zu einer Zahlung drängen (für eine nutzlose oder selbst schädliche „Lizenz“) oder zum Anruf einer kostenpflichtigen Fake-Hotline. Dabei gehen häufig auch Kreditkartendaten an Betrüger.
Erkennungsmerkmale
Echte Virenscanner warnen in ihrem eigenen Programmfenster, nicht in aufpoppenden Browserfenstern mit Countdown. Typische Scareware-Signale sind: nicht schließbare Fenster (Browser-Locker), angebliche Funde ohne vorherigen Scan, Rechtschreibfehler, Drohungen mit sofortigem Datenverlust und die Aufforderung, eine Nummer anzurufen oder binnen Minuten zu zahlen. Wer solche Fenster sieht, sollte den Browser hart schließen und nichts anklicken.
Abgrenzung und Verwandtschaft
Scareware nutzt dieselbe psychologische Masche wie Social Engineering: Sie erzeugt Angst und drängt zu unüberlegten Handlungen. Oft ist sie der Einstieg in echte Malware: Die gekaufte „Schutzsoftware“ entpuppt sich als Spyware, Adware oder Trojaner. Berüchtigte Beispiele waren „XP Antivirus 2009“, „Mac Defender“ (2011) und heutige Fake-Tech-Support-Anrufe, die angeblich einen Befall fernbeheben wollen. Bekannte Übeltäter aus der echten Schadsoftware-Welt wie Ransomware oder Keylogger werden in den Warnungen oft als angebliche Funde genannt.
Schutz
Gegen Scareware hilft gesundes Misstrauen: Sicherheitsmeldungen nie über Links in Pop-ups oder E-Mails „beheben“, keine unbekannten Hotlines anrufen und Software nur aus offiziellen Quellen installieren. Ein aktueller Virenscanner mit echtem On-Demand-Scan erkennt die Täuschung, weil er selbst keine Funde meldet — die Voraussetzung, um Sicherheitslücken und Zero-Day-Bedrohungen realistisch einzuschätzen.
Verwandte Grundlagen: Phishing, Social Engineering, Malware, Virus, Ransomware, Brute-Force-Angriff.