Round Robin ist ein präemptives CPU-Scheduling-Verfahren, bei dem jeder Prozess abwechselnd eine feste Zeitscheibe (Time Quantum) erhält. Läuft die Scheibe ab, wird der Prozess unterbrochen und ans Ende der zyklischen Warteschlange gestellt — das Verfahren gilt als fair und von Natur aus starvation-frei.

Ablauf

Alle laufbereiten Prozesse stehen in einer Ringwarteschlange. Der Scheduler weist der Reihe nach jedem Prozess genau ein Quantum zu; danach greift die Preemption und der nächste Prozess ist an der Reihe. Ein Prozess, der vor Ablauf des Quantums blockiert (etwa auf I/O), gibt die CPU freiwillig ab und kommt erst wieder in die Warteschlange, wenn er laufbereit ist.

Die Wahl des Time Quantums

  • Quantum zu klein: hohe Kontextwechsel-Kosten senken den Durchsatz.
  • Quantum zu groß: das Verfahren degeneriert zu FCFS, interaktive Prozesse reagieren träge.
  • Klassische Werte liegen zwischen 10 und 100 Millisekunden; moderne Systeme passen das Quantum dynamisch an.

Einsatzgebiete

Round Robin ist das Standardverfahren für Time-Sharing- und Multitasking-Systeme und dient als Baustein höherer Verfahren: Die oberen Ebenen einer Multilevel Feedback Queue arbeiten typischerweise mit Round Robin. Auch außerhalb der CPU kommt das Prinzip vor, etwa beim Paket-Scheduling in Netzwerken oder bei der Lastverteilung über DNS-Round-Robin.

Verwandte Grundlagen: Prioritätswarteschlange, Algorithmus, Scheduling-Policies, Nebenläufigkeit.