Ein Glasfaseranschluss ist ein Breitbandanschluss, bei dem die Datenstrecke zum Kunden ganz oder teilweise über einen Lichtwellenleiter läuft. Weil Licht im Glas über Kilometer kaum an Intensität verliert, sind damit hohe Raten über weite Entfernungen möglich — ohne die Längenbegrenzung, die Kupferleitungen haben.

FTTH, FTTB, FTTC

Die Abkürzungen beschreiben, wie weit die Faser reicht: FTTH (Fiber to the Home) führt sie bis in die Wohnung, FTTB bis ins Gebäude, FTTC nur bis zum Kabelverzweiger in der Straße. Bei den letzten Varianten überbrückt das vorhandene Kupfer die Reststrecke, und die erreichbare Rate wird wieder von der Länge dieses Kupferstücks begrenzt.

Von der Vermittlungsstelle ins Haus

  • Netzseite: Von der Vermittlungsstelle beziehungsweise dem PoP laufen die Fasern über den Hauptverteiler in Richtung Ortsnetz.
  • Hausübergabepunkt: Das HÜP ist die Stelle, an der das Glasfaserkabel ins Gebäude tritt. Hier endet die Verantwortung des Netzbetreibers, und die Hausinstallation beginnt.
  • ONT: Der optische Netzabschluss (Optical Network Terminal) wandelt das Lichtsignal in ein elektrisches Ethernet-Signal um. Dahinter steht ein Router, der das Heimnetz verteilt — häufig ein Edge-Router in einem Gehäuse mit dem ONT.

Für Verbindungen sorgt präzise geschliffene Stecktechnik (LC oder SC); scharfe Biegeradien sind zu vermeiden, weil das Licht sonst aus dem Kern austritt. Dasselbe Phänomen steckt im Dämpfungsbelag der Glasfaser, der als Leitungsdämpfung in Dezibel pro Kilometer gemessen wird — nur eben deutlich kleiner als bei Kupfer.

PON und AON: geteilte oder eigene Faser

Zwei Netzarchitekturen sind üblich:

  • PON (Passive Optical Network): Zwischen Vermittlungsstelle und Kunden liegen nur passive Splitter. Eine Faser im Ortsnetz versorgt so mehrere Teilnehmer. Der Hinweg läuft im Zeitmultiplex (alle hören mit, jeder liest nur seine Rahmen), der Rückweg in zugeteilten Sendezeitfenstern. Übliche Wellenlängen sind 1490 nm abwärts und 1310 nm aufwärts. Standards sind GPON und, für höhere Raten, XGS-PON.
  • AON (Active Optical Network): Jeder Teilnehmer hat eine eigene Faser bis zur aktiven Technik im Netz. Punkt-zu-Punkt ohne geteilte Kapazität, dafür mehr Fasern und Elektronik im Ortsnetz.

Beide Bauweisen erlauben Gigabit-Raten und mehr. Ein wichtiger Unterschied zu allen Kupfertechniken ist, dass die Rate nicht mit wachsender Entfernung einbricht — die maximal erreichbare Bandbreite hängt an der Elektronik an beiden Enden, nicht an der Leitung.

Abgrenzung

VDSL nutzt die Kupfer-Telefonleitung; dort bestimmen Dämpfung und Übersprechen die Rate, und bei FTTC-Anschlüssen bleibt genau dieser Kupferrest die Schwachstelle. Ein Kabelmodem überträgt über das Koaxialkabel des TV-Netzes, das sich mehrere Haushalte teilen. Der Glasfaseranschluss ist dagegen entweder eine eigene Faser (AON) oder eine gezielt zugeteilte Kapazität im PON — die Größenordnung der Kanalkapazität liegt deutlich höher.

Verwandte Grundlagen: Lichtwellenleiter, Kabel und Glasfaser, Twisted-Pair, Frequenzmultiplex, Bandbreite, Ethernet, Edge-Router, SD-WAN.