Debian ist eine der ältesten und einflussreichsten Linux-Distributionen. Seit der Gründung 1993 durch Ian Murdock wird das System vollständig von einer weltweiten Gemeinschaft entwickelt — ohne ein einzelnes kommerzielles Unternehmen im Zentrum. Der Name setzt sich aus den Vornamen von Murdock und seiner damaligen Partnerin Debra zusammen.
Was Debian auszeichnet
- Stabilität: Pakete werden erst nach intensiver Testphase freigegeben; Debian gilt als eines der zuverlässigsten Systeme für Server.
- Freie Software: Die Debian Free Software Guidelines (DFSG) definieren, was ins Archiv darf. Fast alle Pakete sind quelloffen — ein zentrales Stück des Debian Social Contract.
- Riesiges Archiv: Zehntausende Pakete in einem der größten Software-Archive der Welt, inklusive Open-Source-Werkzeugen für fast jede Aufgabe.
- Viele Architekturen: Debian läuft auf ARM, x86, RISC-V, PowerPC und weiteren Plattformen.
Release-Modell und Versionen
Debian arbeitet mit drei Zweigen: stable (freigegeben), testing (nächste Version in Vorbereitung) und unstable (Entwicklung, Codename Sid). Etwa alle zwei Jahre erscheint eine neue stabile Version, benannt nach Figuren aus Toy Story. Aktuell ist Debian 13 „Trixie" (2025); die nächste Version, Debian 14 „Forky", ist in Entwicklung. Jede stabile Version wird über Jahre mit Sicherheits-Updates versorgt (LTS).
Paketverwaltung
Debian verwendet das deb-Paketformat. Auf niedriger Ebene arbeitet dpkg, darüber liegt apt als komfortable Schnittstelle — beides Kernwerkzeuge des Package-Managers. Aktualisieren und Installieren läuft über Repository-Quellen, die in /etc/apt/sources.list und sources.list.d/ definiert sind.
Debian als Basis
Viele bekannte Systeme bauen auf Debian auf: Ubuntu und Linux Mint für Desktops, Raspberry Pi OS für den Einplatinencomputer sowie Proxmox VE als Virtualisierungsplattform. Wer maximale Vorhersagbarkeit auf Servern sucht, kommt an Debian kaum vorbei — während Fedora als Gegenpol eher auf aktuelle Technik setzt.
Grundlegendes zum Systemkern: der Kernel und die Shell als Bedienoberfläche.