Bacula ist ein freies, seit 2000 entwickeltes Backup-System für Unix-ähnliche Systeme und Windows. Es ist nicht als Werkzeug für einen einzelnen Server gedacht, sondern als Netzwerk-Backup-Lösung, in der viele Clients, mehrere Speichermedien und getrennte Rollen zentral verwaltet werden – bis hin zu Bandrobotern.

Die vier Rollen

  • Director: das Gehirn. Er plant Jobs, hält den Katalog und steuert die anderen Komponenten.
  • File Daemon (Client): läuft auf dem zu sichernden System, liest die Daten und legt Attribute wie Rechte, Besitzer und ACLs separat ab.
  • Storage Daemon: schreibt die Daten auf das Medium – Festplatte, Bandwechsler oder Cloud-Speicher.
  • Catalog: eine Datenbank (typisch PostgreSQL oder MySQL), in der für jede Datei jedes Jobs ein Eintrag steht. Ohne Katalog ist eine Wiederherstellung mühsam; deshalb ist ein Katalog-Backup Pflichtteil jeder Strategie.

Job-Typen

Bacula kennt mehrere Sicherungsarten, die sich kombinieren lassen:

  • Full – komplette Sicherung
  • Differential – alles seit der letzten Vollsicherung
  • Incremental – nur Änderungen seit der letzten Sicherung beliebiger Art
  • Verify – Prüflauf, der Katalog und Medium gegeneinander abgleicht
  • Copy / Migration – Kopie oder Umzug von Sicherungssätzen auf ein anderes Medium, etwa von Disk auf Band

Konfiguration und Pools

Job {
  Name = "client01-incremental"
  Type = Backup
  Level = Incremental
  Client = client01-fd
  FileSet = "linuxfull"
  Pool = Offsite
  Schedule = "taeglich"
  Storage = diskstorage
  Messages = Standard
}

Schedule {
  Name = "taeglich"
  Run = Incremental at 22:05
}

Pools bündeln Medien mit gleicher Aufbewahrung, etwa täglich, wöchentlich und archivierend. Die Aufbewahrungsfristen steuern, wann ein Band oder ein Verzeichnis wieder frei wird. Ein FileSet beschreibt, welche Verzeichnisse mit welchen Ausschlüssen gesichert werden, plus Optionen für Verschlüsselung und Signaturen.

Warum Bacula noch verbreitet ist

Band-Unterstützung, feingranulare Einzeldatei-Wiederherstellung über den Katalog und die Trennung von Steuerung, Datenstrom und Ablage machen Bacula in gewachsenen Umgebungen attraktiv. Die freie Variante ist Bacula Community; kommerzielle Ausgaben desselben Herstellers bieten Support und Zusatzfunktionen. Der Preis für die Mächtigkeit ist Einarbeitung: Die Konfigurationssprache ist ausführlich, und die Komponenten müssen mit TLS und getrennten Zugangsdaten sauber abgesichert werden. Für eine einzelne Dateisicherung ist das deutlich zu viel Aufwand – dort sind Restic, Borg oder Kopia die bessere Wahl.

Verwandte Grundlagen: Backup, Vollbackup, Inkrementelles Backup, Differentielles Backup.