Eine Backdoor (auch Hintertür oder Trapdoor) ist ein versteckter Zugang zu einem Computer, Netzwerk oder Programm, der die normalen Sicherheitsmechanismen wie Passwortabfrage und Authentifizierung umgeht. Wer die Backdoor kennt, gelangt an dem vorgesehenen Zugangsschutz vorbei direkt hinein.

Zwei Entstehungswege

Absichtlich eingebaute Backdoors: Entwickler oder Hersteller integrieren Hintertüren etwa für Wartungszwecke – oder auf Druck von Geheimdiensten. Ein berüchtigtes Beispiel ist der Zufallszahlengenerator Dual_EC_DRBG, dem eine NSA-Beteiligung nachgesagt wurde. Auch im BIOS/UEFI von Rechnern fanden sich Backdoors (etwa mit dem Master-Passwort „lkwpeter“).

Nachträglich installierte Backdoors: Angreifer schleusen sie meist über einen Exploit oder einen getarnten Trojaner ein. Solche Remote-Access-Tools erlauben Angreifern, das System fernzusteuern, Daten auszuspähen oder weitere Schadsoftware nachzuladen.

Das XZ-Utils-Beispiel (2024)

Ein besonders perfides Beispiel war die Backdoor in XZ Utils (CVE-2024-3094), einer weit verbreiteten Komprimierungsbibliothek: Ein Angreifer hatte sich über Monate als Maintainer eingeschlichen und eine Hintertür in den Quellcode eingebaut, die SSH-Verbindungen kompromittieren sollte. Nur ein aufmerksamer Entwickler entdeckte den Angriff kurz vor der Veröffentlichung. Der Fall zeigt, wie Supply-Chain-Angriffe auch vertrauenswürdige Open-Source-Projekte treffen können.

Abgrenzung: Backdoor, Trojaner, Rootkit

Der Trojaner ist die Tarnung – er gibt sich als nützliche Software aus. Die Backdoor ist der heimliche Zugang selbst; Trojaner dienen oft als Transportweg für Backdoors. Ein Rootkit wiederum versteckt die Backdoor und andere Schadsoftware vor dem Betriebssystem und Schutzprogrammen. Infizierte Rechner werden häufig Teil eines Botnetzes, über das Angreifer großflächige Angriffe steuern.

Schutzmaßnahmen

  • Software nur aus vertrauenswürdigen Quellen beziehen und Signaturen prüfen – das schützt vor Supply-Chain-Backdoors.
  • Systeme aktuell halten, damit Exploits keine Lücke finden.
  • Firewall und IDS/IPS überwachen ausgehende Verbindungen – Backdoors müssen sich nach außen melden.
  • Backdoor-Trojaner werden häufig per Phishing-Mails mit gespoofter Absenderadresse verteilt – eine Form des Spoofing. Vorsicht bei unerwarteten Anhängen.

Verwandte Grundlagen: Trojaner, Rootkit, Exploit, Botnet.