Der Alertmanager ist die Alarmzentrale neben Prometheus. Prometheus selbst wertet Regeln aus, der Alertmanager übernimmt alles danach: Er gruppiert, drosselt, verteilt und schaltet Alarme still. Ohne diese Instanz würde jede ausgelöste Regel sofort eine eigene Nachricht verschicken – bei einem Ausfall von zwanzig Maschinen also zwanzig Mails in einer Minute.

Die vier Kernfunktionen

  • Grouping: Mehrere zusammengehörige Alarme werden zu einer Benachrichtigung zusammengefasst. Fällt ein Cluster aus, kommt eine Mail – nicht zwanzig.
  • Inhibition: Ein Alarm unterdrückt einen anderen. Ist der Host nicht erreichbar, werden die einzelnen Dienst-Alarme darauf nicht zusätzlich verschickt.
  • Silences: Für geplante Wartung lassen sich Alarme zeitgesteuert stumm schalten, mit Kommentar und Ablaufdatum.
  • Routing: Über einen Entscheidungsbaum aus route und match-Regeln landen Alarme beim richtigen Empfänger – Datenbank-Alarme beim DB-Team, Verfügbarkeitsalarme beim Bereitschaftsdienst.

Konfiguration und Empfänger

route:
  receiver: bereitschaft
  group_by: [alertname, cluster]
  group_wait: 30s
  repeat_interval: 4h
  routes:
    - matchers: ['severity="critical"']
      receiver: pager
receivers:
  - name: pager
    webhook_configs:
      - url: http://pager.internal/alert

Die Parameter group_wait, group_interval und repeat_interval steuern das Timing: kurz warten, damit verwandte Alarme zusammenkommen; nicht zu früh erneut melden; nach einer Frist erinnern.

Als Empfänger dienen E-Mail, Webhook, PagerDuty, Slack, Telegram und weitere Integrationen. Der Zustand wird über den Endpunkt /-/healthy und die Oberfläche auf Port 9093 geprüft. In ernsthaften Setups läuft der Alertmanager geclustert, damit auch bei Ausfall eines Knotens Meldungen herausgehen – und Alarme sind mit SLA und Bereitschaftsplan verzahnt, nicht bloß technisches Beiwerk.

Verwandte Grundlagen: Monitoring, Node Exporter, Observability, Monitoring mit Prometheus und Grafana.