DNS im Router einrichten (FRITZ!Box, Speedport & Co.)

Die eleganteste Art, DNS für das ganze Heimnetz umzustellen, ist der Router: Einmal konfiguriert, nutzen alle Geräte (PC, Handy, Smart-TV, IoT) automatisch den gewünschten DNS-Server — ohne dass man jedes Gerät einzeln anfasst.

Warum DNS im Router?

  • Einmal einrichten, alle Geräte profitieren — auch solche, die keine eigenen DNS-Einstellungen haben (Smart-TVs, Konsolen, IoT)
  • Zentraler Schutz: Malware-/Werbeblock-Filter (z. B. DNS4EU protective/noads, Quad9) wirken netzweit
  • Kinderschutz: Filter-Profile (DNS4EU child, OpenDNS FamilyShield) gelten fürs ganze WLAN
  • Konsistenz: Kein Gerät fällt durch ein falsches DNS auf unsichere Server zurück

FRITZ!Box (AVM) — Schritt für Schritt

  1. Browser: http://fritz.box → Login (Passwort vom Router-Aufkleber)
  2. Internet → Zugangsdaten → DNS-Server
  3. Radio-Button: „DNS-Server von einem anderen Anbieter verwenden"
  4. Eintragen (Beispiele):
    IPv4: 9.9.9.9        # Quad9 (Sicherheit)
          149.112.112.112
    # oder DNS4EU (EU-Datenschutz):
    # unfiltered.joindns4.eu / protective.joindns4.eu (als Hostname, falls unterstützt)
    # oder Cloudflare:
    # 1.1.1.1 / 1.0.0.1
  5. Übernehmen → Router vergibt die neuen DNS-Server per DHCP an alle Geräte
  6. Falls die FRITZ!Box eigene DNS-Cache-Einträge hat: Internet → Filter → Listen leeren oder Router kurz neu starten

Speedport (Telekom) & andere Router

  • Speedport: Einstellungen → Internetzugang → DNS-Server (oder „Erweiterte Einstellungen → DNS")
  • Fritzbox-Alternativen (TP-Link, Asus, AVM-Nachbauten): Meist unter WAN / Internet → DNS-Einstellungen
  • Kabelrouter (Vodafone/Unitymedia): Oft im Kundenportal oder Netzwerkeinstellungen → DNS
  • Generell: Nach „DNS-Server manuell" suchen — nicht alle Provider-Router erlauben es; notfalls pro Gerät einstellen

Test nach der Umstellung

# Auf einem PC im Netz:
nslookup hanse-computing.de
# Antwortzeile zeigt den verwendeten DNS-Server (sollte der neue sein)
# Oder online prüfen: https://1.1.1.1/help (zeigt Resolver + DNSSEC-Status)
# Werbeblock testen (falls Filter aktiv): bekannte Werbe-Domain auflösen lassen
# z.B. doubleclick.net → sollte keine IP liefern (blockiert)

Pitfalls

  • Provider-DNS-Zwang: Manche Kabel-Provider (Vodafone) ignorieren manuelle DNS-Einträge — dann hilft nur DNS pro Gerät oder ein eigener DNS-Proxy (z. B. Raspberry Pi mit Pi-hole)
  • DoH/DoT im Router: Nur neuere Router unterstützen verschlüsseltes DNS — FRITZ!Box ab OS 7.50 kann DNS-over-TLS für die eigene Auflösung
  • Cache: Nach der Umstellung kann es Minuten dauern, bis alte DNS-Caches (Browser, Geräte) verfallen — bei Bedarf Geräte neu verbinden
  • Kein Internet nach Umstellung: DNS-Server falsch getippt → Auflösung schlägt fehl. Immer zwei gültige Server eintragen und testen

Fazit: Der Router ist der richtige Ort für DNS im Heimnetz — zentral, sicher und einmalig eingerichtet. Für Firmennetze mit vielen Geräten empfiehlt sich zusätzlich ein eigener interner DNS (z. B. Pi-hole oder Unbound) — Hanse Computing richtet das ein.