Gradle ist ein modernes Build-Automatisierungswerkzeug, das Hans Dockter 2007 entwickelte und das heute vor allem im Java-, Kotlin- und Android-Umfeld Standard ist. Anders als bei Maven ist das Build-Skript ausführbarer Code: Die Projekte werden ursprünglich über eine Groovy-DSL beschrieben, seit Gradle 5 ist alternativ die Kotlin-DSL mit der Datei build.gradle.kts verfügbar.
Tasks statt Lebenszyklus-Phasen
Ein Gradle-Build ist ein gerichteter azyklischer Graph (DAG) von Tasks. Jede Task hat Eingaben, Ausgaben und Abhängigkeiten — Gradle führt nur die Tasks aus, deren Eingaben sich geändert haben, und parallelisiert unabhängige Zweige automatisch. Das Build-Skript heißt build.gradle (Groovy) oder build.gradle.kts (Kotlin) und deklariert Plugins, Repositories, Abhängigkeiten und eigene Tasks.
Die wichtigsten gradle-Aufrufe
gradle tasks # verfügbare Tasks auflisten
gradle build # kompilieren, testen und paketieren
gradle assemble # Ausgaben bauen ohne Tests
gradle check # alle Verifikations-Tasks (z. B. Tests)
gradle test # Tests ausführen
gradle clean # build/-Verzeichnis löschen
./gradlew build # über den Gradle Wrapper bauen
Der Gradle Wrapper (gradlew) ist eine kleine Skript- und JAR-Kombination im Projekt, die die exakt konfigurierte Gradle-Version lädt — dadurch baut jedes Projekt mit derselben Version, ohne dass Gradle global installiert sein muss.
Gradle verbindet die deklarative Projektbeschreibung von Maven-Befehlen mit der Flexibilität von Make-Befehlen: einen festen Lebenszyklus, aber vollständig programmierbare Build-Logik.