Dylan (Dynamic Language) ist eine Mehrparadigmen-Programmiersprache, die Anfang der 1990er Jahre unter der Leitung von Apple entwickelt wurde — ursprünglich für den Newton-PDA. Sie kombiniert funktionale und objektorientierte Programmierung mit Makros und dynamischer Reflexion. Dylan leitet sich direkt von Scheme und CLOS ab, verzichtet aber auf die Klammer-Syntax von Lisp.

Erste Schritte

Die wichtigste Implementierung ist Open Dylan (opendylan.org), ein nativer Compiler für Linux und Windows:

make-dylan-app hallo     # erzeugt ein Projektverzeichnis
dylan-compiler -build hallo   # baut das Projekt
./_build/bin/hallo       # startet das Programm

Ein minimales Programm:

define library hallo
  use common-dylan;
end library;

define module hallo
  use common-dylan;
end module;

define method main () => ()
  format-out("Hallo Welt
");
end method;

main();

Konzepte

  • Library — Zusammenstellung von Modulen, die gemeinsam kompiliert werden.
  • Module — Namespace-Verwaltung (wie Packages in anderen Sprachen).
  • Generische Funktionen und Mehrfach-Dispatch statt klassischer Methoden.
  • Makros — Lisp-artige hybride Makros ohne Klammer-Syntax.

Abgrenzung

Dylan ist ein Vorläufer moderner dynamischer Sprachen: Wer heute Python oder JavaScript nutzt, findet in Dylan viele der gleichen Ideen — nur mit Compile-Zeit-Typprüfung für effizienten nativen Code. Trotz des Apple-Ursprungs (Entwicklung bis 1995) lebt die Sprache über Open Dylan weiter. Ähnliche Nischenpositionen nehmen Vala (GNOME) und Inform (interaktive Fiktion) ein.