BETA ist eine rein objektorientierte Programmiersprache der skandinavischen Schule, die in den 1970er-Jahren aus der Simula-Linie entstand. Entwickelt wurde sie von Kristen Nygaard, Ole Lehrmann Madsen und Birger Møller-Pedersen (u.a. Universität Aarhus, Mjølner-Projekt). BETA vereinheitlicht die Abstraktionsmechanismen in einem einzigen Konzept: dem Pattern.
Das Pattern-Konzept
Ein Pattern vereint Klassen, Prozeduren, Funktionen, Koroutinen und Prozesse — es gibt keine getrennten Konstrukte wie class, method oder function. Daraus ergeben sich:
- Subpatterns als Vererbung
- Virtual Patterns als späte Bindung (wie virtuelle Methoden)
- Pattern-Variablen als Objekt- und Prozedurvariablen
- Einheitliche Behandlung sequentieller, paralleler und koroutinenartiger Ausführung
Beispiel
# Ein einfaches Zähler-Pattern
Counter: (# count: @integer
Increment: (# count := count + 1 #)
#)
BETA wurde im Mjølner-System mit Entwicklungsumgebung, Compiler und Laufzeitsystem umgesetzt und in Forschungskreisen für konzeptionelle Modellierung und verteilte Systeme genutzt. Es ist ein wichtiges Beispiel dafür, wie die Nachfolger von Simula Objektorientierung radikal vereinheitlichten.
Verwandte Grundlagen: Simula-Befehle, Smalltalk-Befehle, Euler-Befehle.