VP8 ist ein lizenzfreier Videocodec, den Google 2010 nach der Übernahme von On2 Technologies als Open Source veröffentlichte. Er entstand als patentfreie Alternative zu H.264 und wurde zum Pflichtcodec von WebRTC.
Herkunft und Geschichte
Den Codec entwickelte das Unternehmen On2 Technologies; die Arbeiten an VP8 wurden 2008 abgeschlossen. Nach der Google-Übernahme 2010 stellte Google VP8 unter eine unwiderrufliche Patentfreigabe und veröffentlichte den Quellcode im Rahmen des WebM-Projekts. Ziel war ein moderner Videocodec ohne Lizenzkosten, damit das offene Videoelement des Browsers nicht von den Patenten auf H.264 abhing.
Technik
VP8 arbeitet blockbasiert mit Intra- und Interframes sowie Bewegungskompensation und ähnelt H.264 im Grundprinzip, verzichtet aber auf dessen aufwendigste Werkzeuge. Dadurch ist der Encoder einfacher und schneller, die Kompression fällt etwas schlechter aus als bei H.264 High Profile. Für WebRTC ist VP8 als Pflichtcodec festgeschrieben (RFC 7742) — deshalb unterstützt ihn bis heute jeder gängige Browser.
Einsatz
- Transport im WebM-Container zusammen mit Vorbis oder Opus als Audiospur
- Videotelefonie und Echtzeit-Kommunikation über WebRTC
- HTML5-
<video>in Firefox, Chrome und anderen Browsern - Frühe HTML5-Versionen von YouTube, bevor VP9 und AV1 kamen
Nachfolger
2013 ersetzte Google VP8 durch den effizienteren Nachfolger VP9; seit 2018 ergänzt der deutlich stärkere Codec AV1 die Familie. VP8 selbst bleibt wegen seiner Stellung in WebRTC relevant.
In der HTML5-Ära konkurrierten zwei lizenzfreie Videostränge: Theora aus dem Xiph-Umfeld und VP8 von Google. Während Theora im Ogg-Container transportiert wird, nutzt VP8 den WebM-Container — Google setzte sich damit im Web durch. Ein Codec fasst Mediendaten zusammen; Details liefert der Artikel Codec.
Verwandte Grundlagen: H.264, WebM, verlustbehaftete Kompression.