Tree of Thoughts (ToT) erweitert das Chain-of-Thought-Prompting zu einer baumförmigen Suche: Statt eines einzigen Gedankenpfads erkundet das Sprachmodell mehrere Denk-Zweige gleichzeitig und bewertet sie. Vorgestellt wurde ToT von Shunyu Yao und Kollegen im Jahr 2023 (arXiv 2305.10601, NeurIPS 2023).

Vier Bausteine

  • Thought Decomposition: Das Problem wird in überschaubare Denkschritte zerlegt.
  • Thought Generation: Das Modell erzeugt mehrere Kandidaten pro Schritt.
  • State Evaluation: Ein Bewertungsschritt (Zahl oder Einschätzung) beurteilt jeden Zweig.
  • Search: Eine Baum-Suche wie Breitensuche (BFS) oder Tiefensuche (DFS) steuert die Erkundung.

Dieses Vorgehen ähnelt der klassischen KI-Suche und erlaubt es, Sackgassen früh zu verwerfen und vielversprechende Zweige gezielt zu vertiefen. In den Tests der Autoren löste ToT unter anderem das 24-Spiel, kreatives Schreiben und Mini-Kreuzworträtsel deutlich besser als CoT.

Einordnung

ToT ist eine Weiterentwicklung von ReAct: Dieses verzahnt Denken und Handeln in einer Schleife, ToT organisiert das Denken zusätzlich als erkundbaren Suchbaum. Auch Self-Consistency nutzt mehrere Denkpfade, stimmt aber nur über die finalen Antworten ab statt sie zu bewerten.

Verwandte Grundlagen: Large Language Model, Maschinelles Lernen, Prompt-Engineering-Muster.