TCP Fast Open (TFO, RFC 7413) beschleunigt wiederholte TCP-Verbindungen: Der Client darf seine ersten Daten bereits im SYN-Paket mitsenden und spart damit einen kompletten Umlauf (RTT) beim Verbindungsaufbau.

Das Problem

Der klassische Drei-Wege-Handshake (SYN, SYN-ACK, ACK) kostet eine RTT, bevor auch nur ein Byte Nutzdaten fließt — bei TLS-Verschlüsselung kommen weitere RTTs hinzu. Gerade bei Webseiten mit vielen kurzen Verbindungen summiert sich das zu spürbarer Latenz.

So funktioniert es

Beim ersten Kontakt schickt der Server dem Client ein TFO-Cookie (4–16 Byte, aus Client-IP und Port abgeleitet). Bei jeder Folgeverbindung legt der Client dieses Cookie in die SYN-Option und kann direkt Daten mitsenden. Der Server prüft das Cookie und stellt die Daten sofort zu — der Handshake wird dadurch faktisch auf zwei Schritte mit Nutzdaten verkürzt. Das Cookie schützt vor Missbrauch, etwa SYN-Flood-Angriffen, und der Server muss keinen Verbindungszustand vor dem Handshake anlegen.

Verbreitung

TFO ist seit Linux-Kernel 3.7 verfügbar (sysctl net.ipv4.tcp_fastopen), wird von Chrome, Firefox und Apple-Geräten (iOS, Siri-Push) unterstützt und ist für kurze, wiederholte Verbindungen besonders effektiv — oft zusammen mit TLS-Session-Resumption eingesetzt. QUIC/HTTP/3 lösen das Problem strukturell, weil sie den Verbindungsaufbau ohnehin verschlüsseln und beschleunigen.

Verwandte Grundlagen: TCP, TLS-Handshake, Latenz, SYN-Flood, HTTP/3, ECN.