Serverless ist ein Cloud-Computing-Modell, bei dem du Code ausführst, ohne dich um Server zu kümmern — keine Installation, kein Betriebssystem-Patching, keine Kapazitätsplanung. Der Cloud-Anbieter startet die Funktion bei Bedarf und stellt automatisch so viele Instanzen bereit, wie gerade nötig sind. Bekannte Beispiele: AWS Lambda, Azure Functions, Google Cloud Functions.
Wie Serverless funktioniert
Klassisch: Server kaufen/leasen → OS installieren → App deployen → überwachen → skalieren
Serverless: Funktion hochladen → Cloud führt bei Aufruf aus → zahle nur die Laufzeit
Eine Serverless-Funktion ist ein Stück Code (z. B. „Bild beim Upload verkleinern"), das bei einem Ereignis startet: HTTP-Anfrage, Datei-Upload, Nachricht in einer Warteschlange. Danach schläft sie wieder — es laufen keine teuren Server im Leerlauf.
Vorteile
- Automatische Skalierung: Bei 10 oder 10.000 Anfragen pro Sekunde passt die Cloud die Instanzen selbst an.
- Pay-as-you-go: Abgerechnet wird nach tatsächlicher Ausführungszeit — kein Fixpreis für ungenutzte Kapazität. Details: IaaS, PaaS, SaaS.
- Weniger Betrieb: Updates, Sicherheits-Patches und Ausfallsicherheit übernimmt der Anbieter.
- Schnelle Entwicklung: Kein Infrastruktur-Setup — Fokus liegt ganz auf dem Code.
Nachteile und Grenzen
- Cold Start: Nach einer Pause dauert der erste Aufruf länger, weil die Umgebung neu gestartet wird.
- Vendor Lock-in: Die Funktionen sind an den Anbieter gebunden (Lambda vs. Azure Functions) — ein Wechsel ist aufwendig.
- Debugging schwerer: Kein eigener Server, auf dem du direkt nachsehen kannst — Logging und Monitoring-Dienste sind Pflicht.
- Zeitlimits: Funktionen dürfen nur begrenzt laufen (bei Lambda z. B. 15 Minuten) — für lange Batch-Jobs ungeeignet.
Serverless vs. Container
Container (z. B. mit Docker und Kubernetes) geben mehr Kontrolle über die Umgebung, brauchen aber Verwaltung. Serverless nimmt dir die Verwaltung ab, kostet dafür Flexibilität. Viele Projekte kombinieren beides: Container für stabile Dienste, Serverless für Ereignis-gesteuerte Nebenläufe.
Praxis-Tipps
- Serverless passt zu Webhooks, Bild- und Video-Verarbeitung, Chatbots, API-Endpunkten und Cron-artigen Jobs.
- Für die Anbindung nach außen stehen oft Proxys und Load Balancer davor — die verwaltet der Anbieter.
- Grundlagen des Gesamtmodells: Cloud Computing und Container.
Verwandte Grundlagen: Cloud Computing, IaaS, PaaS, SaaS, Container, Kubernetes.