Rückkühler
Ein Rückkühler ist die letzte Stufe der Kühlkette eines Rechenzentrums: Er gibt die Wärme, die Kältemaschinen und Server aufgenommen haben, an die Außenluft ab. Reicht Luft als Kühlmedium im tertiären Kreislauf nicht aus, stehen Rückkühler auf dem Dach und erzeugen durch Wärmeübertragung oder Verdunstung wieder kaltes Wasser.
Bauarten
- Trockenkühler (Freikühler): Nur Luft und Ventilatoren, kein Wasser. Wasserlos und wartungsarm — Voraussetzung ist ein großer Temperaturunterschied zwischen Kaltwasser und Außenluft. Im Hochsommer oft nicht ausreichend.
- Trockenkühler mit Adiabatik: Die Ansaugluft wird durch Versprühen von Wasser einmalig bis zur Sättigung befeuchtet und so abgekühlt. Damit sind Kaltwassertemperaturen unter 30 °C fast ganzjährig möglich.
- Hybridrückkühler: Vereint Trocken- und Nassbetrieb; bei hohen Außentemperaturen schaltet er auf Verdunstung um.
- Nasskühlturm: Reine Verdunstungskühlung, siehe Kühlturm.
Einordnung
Der Rückkühler steht am Ende des Kreislaufs; die erreichbare Temperatur ist physikalisch durch die Kühlgrenztemperatur begrenzt. Wasserlose Trockenkühler haben keine Verdunstungsverluste (WUE = 0), brauchen aber mehr Strom, weil die Ventilatoren gegen höhere Temperaturen arbeiten. Verdunstende Rückkühler sind stromsparender (besserer PUE), verbrauchen aber Wasser (WUE).
Im Zusammenspiel mit der freien Kühlung übernimmt der Rückkühler die Wärmeabgabe, während die freie Kühlung beschreibt, wie die Kälte ohne Kältemaschine ins Gebäude kommt. Die warme Abluft der Server wird dabei über Kaltgang und Warmgang geführt.
Verwandte Grundlagen: Kühlung · Rechenzentrum · Kaltwassersatz